Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer auf Limo, Cola und andere Softdrinks. Diese würden die zuckerhaltigen Getränke deutlich teurer machen. Die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt eine Abgabe von 26 Cent je Liter, wenn mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten sind, und sogar 32 Cent bei mehr als acht Gramm Zucker.
32 Cent Aufschlag sind ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass ein Liter Cola im Laden oft weniger als einen Euro kostet. Ob die Kunden das bezahlen, dürften sich viele Hersteller zweimal überlegen. Gut möglich daher, dass sie stattdessen ihre Rezepturen ändern. So ist es in Großbritannien passiert, wo bereits seit 2018 eine solche Zuckersteuer gilt. Der Zuckergehalt in britischen Softdrinks ist seitdem um rund 30 Prozent gesunken.
Werden also bald auch die Softdrinks hierzulande gesünder? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat sich angeschaut, wie viel Zucker die Hersteller aus ihren Softdrinks konkret streichen müssten, um die Zuckersteuer zu vermeiden. Um das anschaulich zu machen, rechneten sie die Reduktion für jedes Produkt in Zuckerwürfel um (siehe Fotos).
„Das ist keine Erfrischung, das ist Körperverletzung“
Für den Marktcheck wählte Foodwatch insbesondere bei Kindern beliebte Getränke. „Das zuckrigste Getränk im Check, der Gönrgy-Drink Apfelringe, enthält pro Dose fast 22 Zuckerwürfel. Das ist keine Erfrischung, das ist Körperverletzung“, sagt Luise Molling von Foodwatch. Die Zuckersteuer sei daher „eine Wohltat für die Kindergesundheit“.
Sollten die Hersteller ihre Rezepturen auf weniger Zucker umstellen, könnten sie stattdessen auf andere Süßstoffe setzen, die ebenfalls umstritten sind. Auch das war in Großbritannien zu beobachten. Im Vergleich zu Zucker seien die Süßstoffe aber das kleinere Übel, meint Foodwatch-Expertin Molling. Sie fordert: „Die Steuer muss jetzt schnellstmöglich und ohne Verwässerungen der Limo-Lobby umgesetzt werden.“