HOME

Verkaufspläne: Real-Supermärkte gibt es wohl bald nicht mehr

Die Handelskette Real soll verkauft werden. Doch die potenziellen Käufer interessieren sich laut einem Medienbericht nur für die Immobilien und wollen die Kette zerschlagen. Profitieren dürfte Konkurrent Kaufland.

Real

Der Name Real könnte bald aus der deutschen Supermarkt-Landschaft verschwinden

DPA

Dass der Handelskonzern Metro seine Supermarktkette Real loswerden will, ist seit Längerem bekannt. Nun befinden sich die Verkaufspläne offenbar auf der Zielgeraden. Wie das Handelsblatt von Insidern erfahren hat, sind nur noch zwei Käufer im Rennen. Und egal, wer den Zuschlag bekommt: Supermärkte mit dem Namen Real dürfte es schon bald nicht mehr geben. Bei beiden potenziellen Käufern könne davon ausgegangen werden, dass sie Real nach dem Kauf zerschlagen werden, schreibt das Handelsblatt.

Real betreibt aktuell 279 Filialen und beschäftigt 36.000 Mitarbeiter. Die Läden unterscheiden sich von anderen Supermärkten vor allem durch die Größe des Sortiments. Neben Lebensmitteln, die etwa drei Viertel des Umsatzes ausmachen, gibt es auch Haushalts- und Schreibwaren, Spielzeug, Kleidung und Schuhe zu kaufen. Der Umsatz liegt zwar noch über 7 Milliarden Euro, ist aber seit vielen Jahren rückläufig. Zudem schreibt die Kette regelmäßig Verluste.

Wirklich interessant sind nur die Immobilien

Offiziell heißt es von der Real-Mutter Metro, man spreche noch mit mehr als zwei ernsthaften Interessenten über den Verkauf. Laut Handelsblatt kommen aber nur noch zwei in Frage. Bei den potenziellen Käufern handelt es sich um zwei Immobiliengesellschaften, die x+bricks AG und die Redos-Gruppe. Beide Interessenten sollen rund 900 Millionen Euro für Real geboten haben. Interessant ist für sie nicht der defizitäre Betrieb der Märkte, sondern allein der Wert der Immobilien. 65 Immobilien gehören Real selbst, der Rest der Märkte sitzt in Mietobjekten.

Sollte Real nicht weitergeführt werden, könnte der Käufer die 65 Objekte an jemand anderen vermieten. Wie praktisch, dass beide Bieter bereits geschäftliche Kontakte mit Kaufland pflegen. Denn der Discounter scharrt schon mit den Hufen. Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland gehört, hat bereits angekündigt, mindestens 100 Real-Standorte übernehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür stehe, es sollen sogar schon konkret Führungskräfte auf die Leitung der neuen Märkte vorbereitet werden. Leidtragende dürften die Beschäftigten von Real werden, die von Entlassungen bedroht sind.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, die Kette Globus habe bereits demonstriert, wie man die Belegschaft eines Real-Marktes nach der Übernahme loswird. Globus erklärt dazu, dass bei der Übernahme von Real-Märkten an allen Standorten mit Ausnahme von Rüsselsheim sämtliche Real-Mitarbeiter übernommen wurden. "Das ehemalige Rhein-Main-Center musste bis auf die Bodenplatte abgetragen werden, dadurch blieb der Standort für mehrere Monate geschlossen. Den rund 150 Real-Mitarbeitern am Standort hat Globus bereits vor Schließung des Real-Marktes verbindlich angeboten, mit Eröffnung des neuen Marktes eine Beschäftigung bei Globus aufzunehmen. Die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat dieses Angebot auch wahrgenommen."

Quelle: Handelsblatt 

Supermarkt in Venezuela: Augenzeugenvideo zeigt fast nur Ketchup und Cola in den Regalen
bak