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Regenschirm-Sharing: Wenn Sharing schief geht – User mopsen 300.000 Regenschirme

Teilen ist gut - Behalten ist besser. So dachten die User eines chinesischen Startups, das Regenschirme zum Teilen anbietet. Aber auch wenn die Schirme zu Hunderttausenden verschwinden, will die Firma weiter expandieren.

Das Konzept des Regenschirm-Sharings kommt an, es bedarf aber noch etwas.

Das Konzept des Regenschirm-Sharings kommt an, es bedarf aber noch etwas.

Was hat man nie dabei, wenn man es dringend braucht? Richtig, einen Regenschirm. Diese Marktlücke hat das chinesische StartUp Sharing E Umbrella entdeckt und bietet smarte Regenschirme an, die an Ausleihstationen darauf warten, mitgenommen zu werden. Doch offenbar waren die Schirme nicht smart genug, innerhalb weniger Wochen wurden 300.000 Schirme gestohlen beziehungsweise nicht zurückgebracht.

China im Sharing-Fieber

Die Schirme stehen an einer Station bereit und besitzen einen GPS-Tracker. Gegen ein Pfand von umgerechnet etwa 2,50 Euro kann man einen Schirm entnehmen und gegen eine Gebühr von sechs Cent pro halber Stunde nutzen. Problem ist offenbar, dass das Pfand nicht hoch genug war. Viele Kunden behielten den Schirm einfach – ein gutes Geschäft, denn der Smart-Schirm kostet die Firma selbst etwa sieben Euro.

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"Wir sind fasziniert davon, wie man Fahrräder ohne Basisstation ausleihen kann", sagte der Gründer Zhao Shuping der Webseite "The Paper". "Aber Regenschirme und Fahrräder sind nicht das Gleiche. Ein Rad kann man überall abstellen, unsere Schirme brauchen einen Ständer." Tatsächlich ist in China der Sharing-Rausch ausgebrochen. Vor allem um den Markt des Fahrrad-Teilens wird erbittert gekämpft. Hier sammeln Startups in jeder Finanzierungsrunde Gelder in Höhe von Hunderten von Millionen Euro ein.

Einfache Regenschirm-Lösung denkbar

Trotz der kleinen Startprobleme will die Regenschirm-Firma weiter expandieren: Bis zum Ende des Jahres sollen 30 Millionen Schirme in mehreren Städten installiert werden. Noch ist nicht ganz klar, wie Zhao Shuping das Problem der verschwundenen Schirme lösen will. Den Schwund selbst wird er kaum verhindern können. Bei starken Regen wollen die Kunden ihren Sharing-Schirm stets mit nach Hause oder ins Büro mitnehmen. Sie müssten am nächsten Tag daran denken, den Schirm wieder mitzunehmen und an der Entleihstation abzugeben. Die Schirme zu orten und wieder einzufordern, dürfte zu aufwendig sein.

Eine ganz einfache Lösung wäre Folgendes: Kunden werden einfach bei Nicht-Zurückbringen mit einem Kaufpreis belastet – rund zwölf Euro. Sharing E Umbrella würde so ein schönes Plus mit jedem Schirm machen. Das wäre auch ein Businessmodell zu Lasten vergesslicher Kunden.

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