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Uber für Fahrräder: Millionen Räder und Geld ohne Ende – so krempelt Mobike Chinas Städte um

China hat das Start-up Mobike mit Millionen Rädern bereits erobert, jetzt kommt der Rest der Welt an die Reihe. Geld spielt keine Rolle: Neue Kunden werden fürs Radeln bezahlt.

Mobike

Hauptvorteil des Dienstes: Die Räder können überall abgestellt werden

Bike-Sharing gibt es in vielen Metropolen der Welt. Ein Start-up aus Peking will nun den Weltmarkt erobern. Mobike hat das Rad nicht neu erfunden, aber es kombiniert den Komfort eines Carsharing-Dienstes mit der Idee des Leihrades.

Wichtigste Neuerung: Das Rad muss nicht an einer Station abgeholt oder abgegeben werden. Es darf überall im Einzugsgebiet des Dienstes abgestellt werden. Gefunden und freigeschaltet werden die Räder über das Smartphone. Im Rad selbst ist ein GPS-Sender verbaut, so können die Räder permanent verfolgt und von den Kunden bequem per Smartphone aufgespürt werden. Der Vorteil für den Kunden: Die Räder sind nicht an die Stationen gebunden, sondern können direkt am Ziel abgestellt werden.

Fester Stand in China

Wie immer sind die Dimensionen in beeindruckend. Mobike hat in der letzten Finanzierungsrunde von Investoren wie Tencent, Foxconn und der Temasek Holdings mehr als 300 Millionen Euro eingesammelt. In 33 chinesischen Städten sollen inzwischen mehr als zwei Million Räder von Mobike stehen. Eine halbe Stunde kostet umgerechnet etwa 15 Cent.

Der Marktanteil in China liegt bei 72,5 Prozent. Die beherrschende Stellung im größten Markt der Welt ist ein gutes Standbein für die weitere Expansion. In Asien wird Mobike das "Uber für Fahrräder" genannt – das bezieht sich nicht nur auf die Sharing-Idee, sondern auch auf den aggressiven Expansionskurs des Unternehmens. Um neue Kunden auf die Räder zu bekommen, schreckt Mobike nicht einmal davor zurück, Kunden für das Radfahren zu bezahlen.

Die Räder sind typische Sharingbikes. Sie sind mit einem flachen Einstieg, breiten Sitzen und einem vielseitigen Lenker versehen. Anstelle von Speichen wurden Felgen mit Alustreben eingebaut. Einen Gepäckträger gibt es allerdings nicht.

Mit dem Segen der Regierung

Im Kampf gegen überfüllte Straßen und Luftverschmutzung ist das Rad ein von der chinesischen Regierung gern gesehenes Verkehrsmittel. Vor allem, wenn es mit einem smarten Konzept und einer modernen Geschäftsidee wie bei Mobike versehen ist und nicht an einen Rückfall in die Mao-Ära erinnert. 

Abstimmung

Der chinesische Sharing-Anbieter will den Westen erobern. Was meinen Sie?

Bei Mobike steht die Eroberung internationaler Märkte auf dem Fahrplan. Begonnen wurde in Singapur. Kein leichter Standort, denn dort gibt es bereits einheimische Rivalen – natürlich auch mit eigenen Apps. "Wir sind die einzigen Anbieter mit einem vernetzten Smartbike. Wir wissen exakt, wo sich jedes Rad gerade aufhält", sagte Florian Bohnert, verantwortlich für die internationale Expansion von Mobike, dem TV -Sender CNBC. "Wir sind überzeugt, der Kunde wird am Ende das Rad und den Anbieter wählen, der ihm die beste User-Erfahrung bieten."

Weltweite Expansion geplant

Die Verfolgung der Räder ermöglicht es, exakte Bewegungsprofile zu erstellen. Mobike weiß, wohin die Kunden wollen, welche Wege sie gern nehmen und welche Straßen sie meiden. Für die Verkehrsplanung ergeben sich aus dem Datenschatz ganz neue Möglichkeiten.

"Hier geht es wirklich darum, eine Lösung für Städte zu entwickeln, die Umwelt- und Verkehrsprobleme haben", sagt Bohnert. "Wenn man sich auf dem Globus umsieht, gibt es eine ganze Reihe von städtischen Gebieten, die ein paar mehr Fahrräder gebrauchen könnten."

Auch eine Expansion in die USA und nach Europa steht auf dem Programm.

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