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Rasierklingen nur auf Platz zwei Sie dürften wohl kaum erraten, was das meistgeklaute Rossmann-Produkt ist

Langfinger haben bei Rossmann eher schlechte Chancen
Langfinger haben bei Rossmann eher schlechte Chancen
© Peter Kneffel/DPA
Rossmann hat hierzulande 2000 Filialen. Nun hat die Drogeriemarktkette bekannt gegeben, welches Produkt Ladendiebe am liebsten mitgehen lassen. Kleiner Tipp: Es sind nicht die Rasierklingen.

Ein kurzer Blick nach links und über das Regal, dann wandert die Hand blitzschnell vom Regal in die Jackentasche und schon geht es zügigen Schrittes aus dem Geschäft. Jährlich lassen Ladendiebe Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro mitgehen. Ganz weit vorne mit dabei sind Rasierklingen: Sie sind klein, handlich - und teuer. Deshalb werden Sie bevorzugt an der Kasse vorbeigeschmuggelt. Doch bei Rossmann stecken sich Ladendiebe lieber ein anderes Produkt in die Tasche.

In der Mitarbeiterzeitung gab das Unternehmen nun die firmeneigene Diebstahl-Statistik für das Jahr 2015 bekannt. Auf Platz eins landet ein Hornhauthobel mit Akkubetrieb der Marke Scholl, der Ladenverkaufspreis liegt bei rund 40 Euro. "Solche Publicity wünscht man sich eigentlich nicht", sagt eine Sprecherin der Online-Ausgabe der "Welt". Doch warum greifen Diebe so oft zum Akku-Hobel? "Dieser wiederaufladbare Hornhautentferner erfüllt genau die Kriterien der Langfinger", erklärt das Rossmann-Management. Von fünf gelieferten Scholl-Artikeln wird im Schnitt einer geklaut.

lässt die Augen von Ladendieben leuchten: Der akkubetriebene Hornhauthobler von Scholl.
Lässt die Augen von Ladendieben leuchten: Der akkubetriebene Hornhauthobler von Scholl.
© Hersteller

Kondome und Zahnbürsten werden oft geklaut

Auf Platz zwei des Klau-Rankings landen Rasierer und die dazu passenden Klingen. Dem Europäischen Handels-Institut zufolge wird etwa jede sechste Packung Rasierklingen nicht bezahlt. Echte "Klaurenner" seien zudem Kosmetikprodukte, "vor allem Produkte der Marken L'Oreal und Max Factor", bestätigt Carsten Willenbroock, Leiter der Außenrevision von Rossmann. Aufsätze für elektrische Handzahnbürsten zählen ebenfalls zu den diebstahlgefährdeten Artikeln. Quer durch die gesamte Einzelhandelsbranche hinweg stehen auch Batterien, Zigaretten, alkoholische Getränke und Schmuck hoch im Kurs.

Ebenfalls beliebt bei Langfingern sind Kondome, weil einigen Kunden der Kauf immer noch so peinlich ist, dass sie aus Scham lieber stehlen. In Bekleidungsgeschäften führen Dessous die Hitliste der meistgestohlenen Waren an, danach kommen Jeans, T-Shirts, Socken, aber auch Sportfunktionskleidung. Auch teure Accessoires wie Schals oder Sonnenbrillen werden gerne eingesteckt, ohne die Ware zu bezahlen.

"Sehr begehrt ist zur Zeit auch Babynahrung", sagt Ute Holtmann vom Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. Immer öfter werden die Packungen gleich palettenweise aus den Läden entwendet. Als Hintergrund gilt das brummende Geschäft damit in Asien, das die Preise hoch treibt. Chinesische Eltern schrecken nach einer Reihe von örtlichen Lebensmittelskandalen vor heimischen Produkten zurück und greifen verstärkt zu Babynahrung aus Europa.

Rossmann landet im Diebstahl-Mittelfeld

Auch wenn die Diebstähle für Rossmann ärgerlich sind, insgesamt wird in den Drogeriemärkten dem Unternehmen zufolge weniger geklaut als in anderen Einzelhandelsgeschäften. Die durchschnittliche Inventurdifferenz - und Diebstahl ist dafür die häufigste Ursache - beträgt rund ein Prozent. "Rossmann bleibt unter diesem Wert und belegt einen Platz im Mittelfeld", erklärt Willenbrock.

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cf/mit DPA

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