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S-Bahn: Berliner Senat rüttelt am Bahn-Monopol

Der Berliner Senat will das Monopol der Deutschen Bahn für den Betrieb des städtischen S-Bahn-Netzes aufbrechen. Eine Fortführung des 2017 auslaufenden Vertrages komme angesichts der derzeitigen Situation nicht in Frage, erklärte die für Stadtentwicklung zuständige SPD-Senatorin Ingeborg Junge-Reyer in Berlin.

Das Land Berlin will sich wegen der monatelangen Krise bei der S-Bahn von der Deutschen Bahn als bisherigem Anbieter lösen. "Wir müssen uns befreien aus der Abhängigkeit von einem monopolistischen Unternehmen", sagte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Donnerstag in Berlin. Daher werde derzeit eine Ausschreibung eines Teils des Netzes für die Zeit nach Ende des S- Bahn-Vertrags 2017 vorbereitet. Zugleich prüfe der Senat, ob die landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Teilnetz betreiben könnten. Dritte Option sei, einen Kauf der S-Bahn durch das Land zu prüfen. Nach Wartungsmängeln und wegen massiver Probleme mit Rädern und Achsen fährt die Bahntochter seit Monaten nur ein Rumpfangebot.

Junge-Reyer kritisierte die "Unfähigkeit" der S-Bahn und ihres Mutterkonzerns, die "selbst produzierte Krise" in den Griff zu bekommen. Das Teilnetz, für das eine Ausschreibung geprüft werde, entspräche etwa einem Viertel des Gesamtumfangs und erforderte einen Betrieb mit bis zu 380 Wagen. Wegen der jahrelangen Vorlaufzeit für eine mögliche Ausschreibung und eine Fahrzeuganschaffung seien bereits jetzt Vorbereitungen nötig.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mahnte bei der bundeseigenen Deutsche Bahn kundenfreundliche Lösungen an. Der Vorstand habe zugesagt, "alles zu unternehmen, um das Problem schnellstmöglich zu lösen", teilte das Ministerium mit.

AP/DPA / AP / DPA