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Sanierungsprogramm: Ford in der Klemme

Seit Jahren verliert der US-Autobauer Ford auf seinem Heimatmarkt Marktanteile. Nun will der angeschlagene Konzern "schmerzliche Opfer bringen", um seine Zukunft zu sichern.

Seit zehn Jahren in Folge verliert der US-Autobauer Ford auf seinem Heimatmarkt Marktanteile. In den letzten Monaten verschäften sich die Absatzprobleme noch: Die Nachfrage nach Trucks und sportlichen Geländewagen, deren hohe Profite Ford lange über Wasser gehalten haben, ist deutlich zurückgegangen. Denn angesichts der drastisch gestiegenen Benzinpreise ist auch vielen Amerikanern die Lust auf die spritfressenden PS-Protze vergangen.

Auch dem Konkurrenten General Motors geht es nicht besser. Nach einem weiteren rabenschwarzen Jahr am US-Markt trat der weltgrößte Autobauer auf die Kostenbremse. Im im vergangenen Herbst kündigte er den Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von 12 Werken bis 2008 an.

Was GM bereits eingeleitet hat, steht Ford nun bevor: ein drastischer Sanierungskurs. Nach Milliardenverlusten in Nordamerika will der Konzern im Heimatmarkt 14 Werke schließen und bis zu 30.000 Stellen streichen. "Wir werden schmerzliche Opfer bringen, um unsere Zukunft zu sichern", kündigte Konzernchef Bill Ford am Montag in Dearborn an. Das Ziel ist klar: Bis spätestens 2008 will das Unternehmen in Nordamerika wieder schwarze Zahlen schreiben.

Unter den betroffenen nordamerikanischen Werken sind allein sieben Autofabriken. Ford will im schwierigen Heimatmarkt schon bis 2008 seine Kapazität um 1,2 Millionen Autos reduzieren, das entspricht einem guten Viertel der aktuellen Produktion. Weiter werden Materialkostenersparnisse von mindestens sechs Milliarden Dollar bis 2010 angestrebt.

Wenigstens betrifft dieses zweite große Restrukturierungsprogramm innerhalb von vier Jahren nicht die europäischen Ford-Geschäfte. "Dieses Programm ist ein nordamerikanisches und kein europäisches", sagte ein Sprecher von Ford Europe in Köln.