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Pläne zum Börsenausstieg: Steigt Saudi-Arabien bei Tesla ein?

Elon Musk will Tesla von der Börse nehmen und damit ein sichereres Umfeld für sein Elektroautounternehmen schaffen. Finanzieren soll diesen Schritt unter anderem der saudi-arabische Staatsfond.

Tesla-Händler in New York City

Tesla-Chef Elon Musk zufolge ist seine Elektroautofirma auch für das sonst besonders auf Öl setzende Saudi-Arabien interessant 

AFP

Mit der Ankündigung, Tesla reprivatisieren zu wollen, hat Unternehmenschef Elon Musk in der vergangenen Woche ordentlich Bewegung in den Aktienmarkt gebracht. Um den Börsenausstieg aber tatsächlich realisieren zu können, sind Investoren nötig. Saudi-Arabien soll an einer Beteiligung großes Interesse haben.

Er befinde sich seit Ende Juli in Gesprächen mit Vertretern des saudi-arabischen Staatsfonds und weiteren Investoren, schrieb Musk in einem Blogeintrag. Er habe "keine Zweifel", dass der Staatsfonds sich an einer Finanzierung beteiligen werde. Zudem gebe es Gespräche mit "einer Reihe weiterer Investoren", schrieb er und sprach sich dafür aus, dass Tesla auch weiterhin eine "breite Investorenbasis" haben solle. Bis er einen detaillierten Plan vorlegen könne, müssten die Gespräche allerdings erst abgeschlossen werden.

Musk will keine Störungen durch Aktienmarkt

Am vergangenen Dienstag hatte der Tesla-Chef mit einem Tweet für Wirbel gesorgt, wonach er einen Rückzug des Elektroautobauers von der Börse ins Auge fasse und die Finanzierung dafür "gesichert" sei. An den Aktienmärkten sorgte die unkonventionelle Ankündigung für Unruhe; die New Yorker Börse setzte den Handel mit der Tesla-Aktie angesichts der Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens zeitweise aus. 


Tesla bestätigte später die Pläne für einen möglichen Börsenausstieg. Die letzte Entscheidung solle in einer Abstimmung der Anteilseigner getroffen werden. Musk erklärte zur Begründung, er wolle das optimale "Umfeld" für seine Elektroautofirma schaffen, unabhängig von Störungen durch Kursbewegungen der Tesla-Aktie. 

In seinem Blogeintrag vom Montag bezeichnete Musk Spekulationen, wonach bis zu 70 Milliarden Dollar (61 Milliarden Euro) für eine Privatisierung von Tesla notwendig seien, als "drastisch" übertrieben. Er hoffe darauf, dass "ungefähr zwei Drittel" aller Investoren mit Tesla-Anteilen auch in einer reprivatisierten Firma an Bord bleiben würden.

Tesla-Aktien sollen für 420 Dollar zurückgekauft werden

Tesla war 2010 an die Börse gegangen, Musk hält selbst knapp 20 Prozent der Anteile. Mit den Praktiken des Börsengeschäfts hat er jedoch immer wieder öffentlich gehadert. 

Der Staatsfonds aus Saudi-Arabien ist nach Musks Angaben an Tesla interessiert, um sich "weg vom Öl zu diversifizieren". Der Fonds habe dafür "mehr als genug Kapital". Die Tesla-Aktie legte nach Musks Blogeintrag am Montag um rund ein Prozent auf mehr als 359 Dollar zu. Den Rückkaufpreis pro Anteil bei einem Börsenabschied hatte Musk in seiner Twitterankündigung Anfang vergangener Woche mit 420 Dollar beziffert.

fri / AFP