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SCHULDEN: Unterm Hammer

Ein trauriger Rekord: Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland ist in diesem Jahr so hoch wie noch nie.

Die Zahl der Termine, an denen Immobilien bei deutschen Amtsgerichten unter den Hammer kommen, ist in den ersten neun Monaten um 37 Prozent auf 58.667 emporgeschnellt. Wenn diese Entwicklung anhalte, könnte 2001 zu einem Rekordjahr der Zwangsversteigerungen werden, teilte der Ratinger Wirtschafts-Verlag Argetra am Freitag in Hamburg mit. Die Summe der Verkehrswerte von knapp 23 Milliarden DM (11,76 Mrd Euro) von Januar bis September habe fast das Marktvolumen in 1999 von 24,5 Milliarden DM erreicht.

Die Gründe für den Anstieg: die hohe Arbeitslosigkeit sowie Streitigkeiten bei Scheidungen und Erbengemeinschaften. In den westdeutschen Bundesländern sticht im Berichtszeitraum Nordrhein-Westfalen mit einem Zuwachs von 58,1 Prozent heraus. Für Bayern und Baden-Württemberg wird ein Plus von 30 Prozent angegeben, in den übrigen alten Ländern stieg die Zahl der Termine um rund ein Fünftel. In Ostdeutschland haben sich Sachsen und Thüringen mit 70,2 Prozent Zuwachs abgesetzt. Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern legten um rund ein Viertel zu.

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