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Kleidung statt Kohle : Schwedisches Kraftwerk verfeuert H&M-Kleidung

H&M-Kleidung scheint bei Kraftwerken im Trend zu liegen. Neben einer dänischen Verbrennungsanlage setzt nun auch ein schwedischer Betreiber auf Kleidungsstücke der Modekette. Sie sollen fossile Brennstoffe ersetzen.

H&M-Geschäft

Ausrangierte H&M-Kleidung wird in einem schwedischen Kraftwerk als Brennstoff genutzt

Die Klamotten von H&M halten nicht nur warm, wenn sie getragen werden, sondern sorgen in Skandinavien auch mit dafür, dass in den Häusern während der dunklen Jahreszeit das Licht brennt und der Herd heißt wird.

Bereits im Oktober berichteten dänische Journalisten, dass tonnenweise H&M-Kleidung in einer Verbrennungsanlage nahe Roskilde entsorgt werden. Reporter des schwedischen Senders SVT weisen in einer aktuellen Reportage ähnliche Praktiken in einem Kraftwerk 100 Kilometer nordwestlich von Stockholm nach. Demnach hat der Betreiber der Anlage in Västerås eine Vereinbarung mit der Stadt Eskilstuna: Der Abfall der Gemeinde soll dort verbrannt und für die Stromversorgung genutzt werden. Da sich in Eskilstuna auch das zentrale Lager von H&M befindet, wird auch Kleidung der Modekette genutzt, um das Kraftwerk zu befeuern. 

Schweden setzt auf Kleidung statt Kohle

"Für uns ist es einfach brennbares Material", sagte Jens Neren, Chef des Kraftwerkbetreibers Mälaenergi AB, gegenüber dem Nachrichtenportal "Bloomberg". Das Ziel sei demnach, in Zukunft nur noch erneuerbare oder recyclte Brennstoffe zu nutzen. Schweden hat es sich zum Ziel gemacht, bis Ende des Jahrhunderts auf fossile Materialien wie Kohle zu verzichten. Dies will Mälaenergi nach eigenen Angaben schon 2020 erreichen.

Bei der Kleidung von H&M soll es laut einer Unternehmenssprecherin um Stücke handeln, die "nicht sicher für den Gebrauch sind". Gegenüber Bloomberg gab sie an, dass die Kleidung nur verbrannt wird, wenn sie Schimmel oder giftige Chemikalien enthalte.

Welche Chemikalien das sind, blieb unklar. H&M möchte seinen ökologischen Fußabdruck eigentlich verbessern und bietet etwa die Linie "H&M Conscious" in seinen Filialen an. Belastete Kleidung passt nicht gerade in dieses Image - auch wenn sie auf diesem Wege hilft, fossile Brennstoffe zu vermeiden.

2017 landeten bereits 15 Tonnen H&M-Kleidung in dem Kraftwerk bei Västerås. Im Vergleich ist das jedoch nur ein geringer Anteil: Von den 400.000 Tonnen Müll, mit denen die Anlage in diesem Jahr befeuert wurde, stammten 0,004 Prozent von H&M.

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fri