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Schweizer Großbank UBS: Milliarden-Boni trotz Rekordverlust

Die Schweizer Großbank UBS hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 13 Milliarden Euro eingefahren. Vor allem das Schlussquartal war desaströs. Bonuszahlungen für die Mitarbeiter in Höhe von fast 1,5 Milliarden Euro soll es dennoch geben.

Die Schweizer Großbank UBS hat im vierten Quartal 2008 einen Verlust von 8,1 Milliarden Franken (5,4 Milliarden Euro) eingefahren. Für das ganze Jahr verzeichnete sie einen Rekordverlust von 19,7 Milliarden Franken verzeichnet, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Im Ausblick sprach UBS aber von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009 mit einem positiven Nettozufluss an Neugeldern. Der Quartalsverlust übertraf noch die Befürchtungen von Analysten, die mit einem Minus von 6,2 Milliarden Franken gerechnet hatten. Die UBS führte die Zahlen vor allem auf falsche Entscheidungen ihrer Investmentbank zurück. Bis Ende dieses Jahres sollen dort rund 2000 Stellen abgebaut werden

UBS wird trotz des Rekordminus Boni von 2,155 Milliarden Franken auszahlen. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Rückgang um 78 Prozente, teilte die Bank mit. Von der Bonussumme seien 994 Millionen Franken vertraglich fest vereinbart und 1,161 Milliarden Franken freiwillige Zahlungen. Dieser Anteil gehe zu 60 Prozent an die Mitarbeiter der profitablen Vermögensverwaltung. Der Rest verteile sich auf die Investmentbank und die Konzernzentrale. In der hochdefizitären Investmentbank sinke die Bonussumme um 95 Prozent.

Die Bonus-Frage stand zuletzt im Zentrum der öffentlichen Kritik. Das Argument: Ein Unternehmen, das Staatshilfe in Anspruch nehmen muss, sollte keine Boni ausschütten.

Weniger Geld aus Rettungspaket

Trotz der Milliardenverluste beansprucht UBS weniger Mittel aus dem Rettungspaket der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als bisher geplant. Der Betrag für die maximal zu übertragenden Aktiven wurde auf 39,1 Milliarden Dollar (30,4 Milliarden Euro) von ursprünglich rund 60 Milliarden Dollar (46,6 Milliarden Euro) reduziert, teilte die Notenbank mit.

Die Nationalbank und die UBS seien übereingekommen, gewisse Kategorien von Aktiven nicht zu transferieren. Dabei handle es sich um mit Studiendarlehen unterlegte Instrumente und Monoline-versicherte Wertschriften. Die seit Oktober 2008 eingetretene Entwicklung habe gezeigt, dass bestimmte Finanzinstrumente aus Sicht der Finanzstabilität nicht an den Stabilisierungsfonds übertragen werden müssen. Änderungen in den für die UBS relevanten Buchhaltungsregeln erlaubten eine Klassifizierung gewisser Vermögenswerte als Ausleihungen und Forderungen, so dass sie nicht mehr zu Marktpreisen bewertet werden müssten, sondern nur eine Wertberichtigung erforderlich werde, wenn die Rückzahlung der ausstehenden Beträge dauerhaft in Frage gestellt werden müsse.

Reuters/AP / AP / Reuters
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