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So viel Freizeit, wie man will Richard Branson entsorgt Urlaubsanträge


Der Virgin-Chef Richard Branson erlaubt seinen Mitarbeitern künftig, so viel Urlaub zu nehmen, wie sie möchten und wann sie wollen. Himmlisch ist das allerdings nicht immer.

Das klingt ja himmlisch: Einfach mal frei machen. Einen Tag? Eine Woche? Einen Monat? Egal - zumindest wenn man für Virgin arbeitet. Urlaub muss dort künftig nicht mehr beantragt oder genehmigt werden, hat der Unternehmenschef Richard Branson in einem Blog-Eintrag angekündigt.

Was klingt wie ein Traum hat ganz praktische Gründe für Branson: Da in seinem Unternehmen keine 'Nine-to-five'-Politik mehr herrschen würde, brauche man dort auch keine Urlaubspolitik mehr.

Zunächst gilt die Regelung nur für 170 Angestellte aus Bransons eigenem Mitarbeiterstab und der Vermögensverwaltung, schreibt "Spiegel Online". Allerdings könne das Prinzip nach dem Test auch auf weitere Teile ausgeweitet werden.

Werbewirksame Maßnahme

Die Ankündigung ist natürlich eine große PR-Maßnahme. Typisch für den Paradiesvogel Branson inszeniert er die Urlaubsnovelle medienwirksam. Der Milliardär, der künftig auch mit Kurzausflügen ins All Geld machen will, ist für seine skurillen Auftritte bekannt. Im Mai 2013 löste er den Einsatz einer verlorenen Wette ein und servierte als Stewardess verkleidet Drinks in einem Flieger.

Allerdings ist der Brite nicht der erste, der die Urlaubsanträge abschaffen will. Auch andere US-Unternehmen, wie der IT-Dienstleister Evernote und auch der erst kürzlich in Deutschland gestartete Streaming-Dienst Netflix, überlassen es ihren Mitarbeitern selbst, wann und wie lange sie in den Urlaub verschwinden.

Branson macht jedoch Einschränkungen: Die Arbeit muss erledigt werden. Er erwartet verantwortungsbewussten Umgang mit der Regelung. Nur wenn die Mitarbeiter zu 100 Prozent sicher seien, dass ihr Team bei jedem Projekt den Zeitplan einhalten würden, gehe der Urlaub in Ordnung. Die Angestellten sollen sicherstellen, dass ihre Abwesenheit das Unternehmen nicht schädigt und somit auch nicht die eigene Karriere. So schreibt Branson: "Nimm Urlaub - wenn du dich traust."

1000 Dollar für Urlaub

Die Regelung kann für Mitarbeiter auch nach hinten losgehen. Bei Evernote führte der Wegfall der Urlaubsanträge dazu, dass Angestellte über Jahre gar nicht mehr frei genommen haben. Inzwischen zahlt das Unternehmen den Mitarbeitern Geld, wenn sie wenigstens einmal im Jahr für eine Woche nicht arbeiten, so "Spiegel Online".

kg

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