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Geschäftsfeld Weltraum Klimafreundliche Raketenstarts dank Riesenschleuder: Spinlaunch will die Raumfahrt revolutionieren

Spinlaunch
Der "Suborbital Accelerator" von Spinlaunch in der Wüste von New Mexico. Mit der rund 50 Meter hohen Riesenschleuder absolvierte das Unternehmen jüngst einen erfolgreichen Testflug. Die Erkenntnisse aus den Tests dienen dem Erreichen des eigentlichen Ziels: der Entwicklung des nach dem selben Prinzip funktionierenden "Orbital Accelerator", der Objekte bis in die Umlaufbahn katapultieren soll.  
© Screenshot Spinlaunch.com
Ein amerikanisches Startup will Raketenstarts perspektivisch quasi emissionsfrei durchführen. Statt auf den Schub aus immensen Triebwerken setzt das Unternehmen auf eine gigantische Schleuder. 

Das Thema Raumfahrt rückte zuletzt vor allem durch den Dreikampf der Milliardäre Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson, die den Weltraum als neues Geschäftsfeld für sich erschließen wollen, ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Ansätze des Trios sind zwar durchaus disruptiv und innovativ, wie etwa die wiederverwendbaren Raketen von Musks Unternehmen SpaceX zeigen. Aber am Ende katapultieren auch die Milliardäre ihre Raumfahrzeuge eben doch auf die althergebrachte Art ins All: mit Raketentriebwerken. 

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt das amerikanische Startup Spinlaunch. Das Unternehmen aus Kalifornien entwickelt eine alternative Methode, um Satelliten und Fluggeräte ins All zu bringen: kinetische Energie, die in einer riesigen Schleuder erzeugt wird. In einer vakuumversiegelten Zentrifuge werden die Raketen auf mehrfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt und schließlich durch einen Abschusstunnel gen Weltraum geschossen. Wie der Sender CNBC berichtet, wurde in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexico im Oktober ein erfolgreicher Testflug mit einem Prototypen absolviert. 

Spinlaunch will Raumflüge umweltfreundlich durchführen

Spinlaunch-CEO Jonathan Yaney erhofft sich mit der "radikal anderen" Methode einen Einstieg in den Markt  der kommerzielle Raumfahrt, da Spinlaunch in hoher Frequenz und zu den niedrigsten Kosten im Wettbewerberfeld Satelliten und andere Dinge in den Orbit befördern könne. Die Vision: In einer Zukunft, in der es immer mehr Menschen ins All ziehen werde, so schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite, müssten eben auch Versorgungsgüter und andere Dinge zum Aufbau einer Infrastruktur dorthin befördert werden. Spinlaunch wolle dies emissionsfrei, mit so gering wie möglichen Auswirkungen auf die Umwelt anbieten. Der immense Treibstoffverbrauch klassischer Raketenstarts entfalle ebenso wie die großen Mengen an Raketenschrott.  

Spinlaunch wurde 2014 gegründet und hat bislang eher abseits der Öffentlichkeit agiert. "Ich finde, je kühner und verrückter ein Projekt ist, desto besser ist es einfach daran zu arbeiten – statt öffentlich darüber zu reden", sagte Yaney zu CNBC. Hinter den Kulissen konnten die Spinlaunch-Macher jedoch offensichtlich bereits einige von ihrer Idee überzeugen: Bislang hat das Unternehmen rund 110 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt, unter anderem von Airbus Ventures. 

Quellen: Spin Launch, CNBC

rös

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