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Nach All-Ausflug von Amazon-Gründer "Erlaubt Jeff Bezos nicht, zur Erde zurückzukehren": Massive Kritik an Weltraumtourismus

Jeff Bezos
"Wie schnell können wir das Ding wieder betanken?", fragte Jeff Bezos nach seiner Landung
© Joe Raedle / Getty Images
Nach dem All-Kurztrip von Jeff Bezos steigt die Nachfrage nach Flugtickets. Gleichzeitig wächst auch die Kritik am Weltraumtourismus. Überraschenderweise stimmt der Milliardär seinen Kritikern zu.

Nach dem Kurztrip von Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All hat seine Raumfahrtfirma Blue Origin noch für dieses Jahr mindestens zwei weitere Flüge angekündigt. "Die Nachfrage ist sehr hoch", sagte der 57-Jährige nach der Landung am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Wir gehen auf 100 Millionen Dollar in Ticketverkäufen zu." Nach den zwei Flügen noch in diesem Jahr müsse man sehen, wie es im nächsten Jahr weitergehe.

Bereits rund zehn Tage zuvor hatte mit dem Briten Richard Branson ein anderer Milliardär sein eigenes Raumschiff getestet. Die Kritik an dem Geschäft mit dem Weltraum-Tourismus nimmt jedoch zu. Viele Kritiker werfen den Milliardären vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.

Kritiker werfen Bezos und Branson Geldverschwendung vor

So gratulierte David Beasley, Chef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN), Bezos zwar zu dessen All-Trip – rief ihn jedoch erneut dazu auf, sich für die Hunger leidenden Menschen auf der Erde einzusetzen. "Wie du vom Weltraum aus gesehen hast, ist die Erde ein ganz besonderer Ort. 41 Millionen Menschen stehen an der Schwelle zur Hungersnot. Ich brauche deine Hilfe. Wir brauchen deine Hilfe."

Auch der linke US-Senator Bernie Sanders ist kein Fan vom Weltraumtourismus der Milliardäre. Auf Twitter schrieb er: "Lasst uns feiern, wenn wir die Armut beseitigt, Gesundheitsversorgung für alle bereitgestellt und den Klimawandel bekämpft haben. Nicht, wenn Milliardäre, die Steuern vermeiden und Arbeiter ausbeuten, Urlaub im Weltraum machen." 

Ähnlich sieht das auch Ric Geiger. Unter dem Titel "Do not allow Jeff Bezos to return to Earth" – "Erlaubt Jeff Bezos nicht, zur Erde zurückzukehren" – hatte der 31-Jährige aus Michigan eine Petition gestartet. Mehr als 160.000 Menschen hatten die Petition bereits vor Bezos Abflug unterschrieben. Dem US-Sender CNBC erklärte Geiger, er habe die Petition "als Scherz" gestartet, da es "offensichtlich keinen Weg gab, Jeff Bezos daran zu hindern, auf die Erde zurückzukehren." Ihm sei es aber auch darum gegangen, Kritik an der "ungleichen Vermögensverteilung" zu äußern.

Bezos reagiert noch vor Abflug auf Kritik

Noch vor seinem Raketenstart ins All richtete Jeff Bezos – der laut "Forbes"-Magazins der reichste Mensch der Welt ist –beschwichtigende Worte an seine Kritiker. Von einer CNN-Moderatorin gefragt, was er zu der Kritik sage, antwortete der Milliardär: "Die Kritiker haben weitgehend recht".

"Wir müssen beides tun", auf der Erde Probleme lösen und ins All fliegen, so Bezos. Es gebe viele Probleme auf der Erde, an denen man arbeiten müsse, es sei aber auch wichtig, in die Zukunft zu blicken. "Wir haben das immer getan als Spezies, als Zivilisation", führte der 57-Jährige weiter aus. "Wenn wir für die nächsten Generationen einen Weg ins Weltall ermöglichen, um dort unglaubliche Dinge zu tun, werden diese Dinge die Probleme auf der Erde lösen".

Nach Ausflug ins All: Jeff Bezos postet Video aus der Kabine

Auch er selbst würde sofort wieder ins All fliegen, sagte Bezos nach der Landung am Dienstag. "Selbstverständlich! Wie schnell können wir das Ding wieder betanken?", witzelte er. Gemeinsam mit seinem Bruder Mark ("dem lustigsten Menschen, der je im Weltall war"), einer 82 Jahre alten früheren US-Pilotin und einem 18-jährigen Niederländer hatte der Milliardär an Bord des Raumschiffs "New Shepard" einen insgesamt rund zehnminütigen All-Ausflug unternommen.

Quellen:CNNCNBC, mit DPA

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