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Mit 220 Kilo Sprengstoff: Kraftwerk-Koloss wird platt gemacht – hier können Sie die Sprengung noch einmal sehen

Drei, zwei, eins ... Sprengung: Mehr als 40 Jahre nach dem Bau wurde an diesem Sonntag das stillgelegte Kohlekraftwerk "Gustav Knepper" bei Dortmund dem Erdboden gleichgemacht. Hier können Sie die Sprengung sehen.

Über 40 Jahre versorgte es die Menschen im Ruhrgebiet mit Strom – 2014 wurde es stillgelegt. An diesem Sonntag nun wurde das frühere Steinkohlekraftwerk "Gustav Knepper" an der Grenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel dem Erdboden gleichgemacht.

Der 128 Meter hohe Kühlturm soll zwischenzeitlich als der höchste der Welt gegolten haben, der Schornstein ist sogar noch höher: 210 Meter ragt er in den Himmel. Zunächst wurde jedoch das Stahlgerüst des 69 Meter hohen Kesselhauses zu Fall gebracht. Danach wichen durch eine zweite Sprengung der Kühlturm und der Schornstein.

Sprengung des Kraftwerks im Livestream

Drei Sprengungen mit insgesamt 220 Kilogramm Sprengstoff plante das Abbruchunternehmen Hagedorn aus Gütersloh. Insgesamt 1500 Löcher haben Arbeiter in den vergangenen Monaten für den Sprengstoff in die Mauern und Pfeiler gebohrt, die Experten haben das Vorhaben detailliert geplant. Und alles ging gut. Das konnten Interessierte auch im Internet-Livestream des Unternehmens live mitverfolgen:

Für die Sprengung waren umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen geplant. Es galt ein Sperrradius von bis zu 620 Metern, rund 120 Menschen mussten vorübergehend ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Über dem 59 Hektar großen Kraftwerksgelände galt während der Arbeiten ein Flugverbot, auf den angrenzenden Autobahnen A2, A42 und A45 sollte das Tempo reduziert werden, teilte das Unternehmen in einem Ankündigungsvideo mit.

Am Ende blieben rund 29.000 Tonnen Stahlschrott und Bauschutt vom früheren Eon-Kraftwerk "Gustav Knepper" übrig. Ab 2020 soll an gleicher Stelle ein Gewerbe- und Logistikzentrum entstehen. Vor Ort an der Grenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel verfolgten Schaulustige erwartet. Sie sollten möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, da es am stillgelegten Kraftwerk keine Parkmöglichkeiten gab.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde nach Abschluss der Sprengung aktualisiert.

Quellen: Abbruchunternehmen Hagedorn, Facebook-Seite Hagedorn, Nachrichtenagentur DPA