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Staatshilfe für Pleite-Bank: HRE erhält neue 10-Milliarden-Garantie

Fass ohne Boden: Der taumelnde Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate bekommt von der Soffin weitere Garantien in Höhe von 10 Milliarden Euro. Damit summieren sich die staatlichen Garantien und Finanzspritzen auf mehr als 100 Milliarden Euro. Noch in dieser Woche könnten die Weichen für eine Verstaatlichung gestellt werden.

Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) erhält nochmals zehn Milliarden Euro aus dem Bankenrettungsplan der Bundesregierung. Der Rettungsfonds Soffin habe den Garantierahmen für die Bank entsprechend erweitert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Insgesamt belaufen sich die Garantien, die bis zum 12. Juni gelten, damit auf 52 Milliarden Euro.

Damit haben sich bei der HRE staatliche Bürgschaften und Kapitalspritzen von mehr als 100 Milliarden Euro aufgetürmt. Zudem laufen laut HRE weitere Gespräche mit dem Soffin über die Gewährung "längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kapitalunterstützung".

Wegen der dramatischen Lage wird seit Wochen über einen Einstieg des Staates bei dem Unternehmen diskutiert. Dazu wollen sich Vertreter des Soffin noch in dieser Woche mit dem Großaktionär des Konzerns an einen Tisch setzen. Die US-Investorengruppe um Christopher Flowers sei erstmals zu Gesprächen eingeladen worden und nehme das Angebot an, sagte ein Sprecher des Investors in München. Eine Einigung mit Flowers, der rund 25 Prozent der Anteile hält, könnte den Einstieg des Staates bei der HRE deutlich erleichtern. Ohne staatliche Hilfe kann der Konzern nicht mehr überleben.

AFP/DPA / DPA