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Stellenabbau bei Autobauer: Opel streicht Verwaltung zusammen

Laut einem Zeitungsbericht plant das Management des angeschlagenen Autobauers Opel, am Stammwerk Rüsselsheim Arbeitsplätze abzubauen. Demnach sind rund 1000 Jobs in der Verwaltung betroffen.

Der angeschlagene Autobauer Opel will einem Zeitungsbericht zufolge rund 1000 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen. Der Stellenabbau im Rüsselsheimer Stammwerk sei Teil einer angestrebten Einigung mit dem Betriebsrat über eine Senkung der Kosten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf zwei Aufsichtsratsmitglieder.

Das Unternehmen bestätigte das Vorhaben im Prinzip, nicht aber die genannten Zahlen. "Wir haben wiederholt mitgeteilt, dass unsere Organisationsstruktur schlanker und beweglicher werden muss", sagte ein Sprecher. Es sei Teil der Strategie "Drive Opel 2022", Wachstum zu fördern und Kosten zu senken: "Im Bereich Kosten haben wir ... einen klaren Plan; Personalkosten gehören mit dazu."

Verzicht auf Tariferhöhung im Gespräch

Insgesamt arbeiten in der Verwaltung in Rüsselsheim 3300 Beschäftigte. Laut den Plänen, über die die Zeitung berichtete, würde damit fast ein Drittel der Stellen in diesem Bereich wegfallen. Der Personalabbau solle teils über Altersteilzeit und teils über Abfindungen vollzogen werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Am Freitag findet in Rüsselsheim eine turnusmäßige Betriebsversammlung statt. Dann dürfte die Belegschaft kritische Fragen an die Geschäftsleitung zu den Plänen haben.

Die IG Metall hat Opel die in der Branche ausgehandelte Lohnerhöhung bis Ende Oktober gestundet, um dem von Schließung bedrohten Bochumer Werk eine Perspektive über 2016 hinaus zu geben. Dem Bericht zufolge verhandelt Opel auch über einen Verzicht der Belegschaft auf die Tariferhöhung. Opel leidet stärker als andere Massenhersteller unter der Absatzkrise in Südeuropa und schickt in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach Tausende Beschäftigte tageweise in Kurzarbeit, um die Produktion zu drosseln.

fw/Reuters/DPA / DPA / Reuters