STEUERN Balearen-Urlauber müssen ab sofort mehr zahlen

Seit dem 1. Mai gilt eine tägliche Öko-Steuer auf Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera für alle Urlauber, die in einem Hotel oder auf dem Campingplatz übernachten.

Trotz aller Proteste gilt seit dem 1. Mai auf den Balearen die Öko-Steuer für Touristen. Auf Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera müssen Urlauber, die in einem Beherbergungsbetrieb übernachten - also in einem Hotel, Hostal oder auch auf dem Campingplatz - einen täglichen Steuersatz zahlen. Je nach Unterkunft werden zwischen 25 Cent und zwei Euro fällig. Die Regionalregierung der Balearen erhofft sich damit zusätzliche Einnahmen von rund 70 Millionen Euro jährlich.

Hoteliers müssen Steuer einheben

Das Touristik-Institut der Balearen erklärte am Mittwoch, dass die so genannte Ecotasa, also die Öko-Steuer, von den Hoteliers eingezogen und zweckgebunden an den »Rehabilitierungsfonds für Fremdenverkehrsräume und natürliche Gebiete« abgeführt werde. Von der Abgabe ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren.

Proteste halfen nichts

Gegen die Einführung der Steuer hatten vor allem viele Hotelgruppen protestiert. Auch die spanische Regierung hatte die Einführung zunächst blockiert, doch das Verfassungsgericht gab der Regionalregierung recht.

Steuereinnahmen für Umweltprojekte

Das Touristik-Institut, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Balearen, betonte, dass die Umweltsteuer konkrete Projekte unterstützt, »um die Schönheit und natürlichen Ressourcen dieser einzigartigen Ferienregion auch für künftige Generationen zu erhalten«. Mit jährlich rund zehn Millionen Reisenden zählen die Balearen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu den traditionell beliebtesten Reisezielen. Allein Mallorca begrüßt den Angaben zufolge jährlich rund sieben Millionen Urlauber, davon drei Millionen aus Deutschland. Auf der Insel lebten rund 637.510 Einheimische.

Prinzip »Kurtaxe«

Die Ökotourismussteuer basiere auf dem Grundgedanken, dass der Erhalt der Umwelt und die Sanierung touristischer Gebiete bei der hohen Anzahl an Urlaubern nicht allein aus den Steuergeldern der einheimischen Bevölkerung finanziert werden kann, erklärte das Touristik-Institut. »Die Abgabe erinnert also mehr an eine Art Kurtaxe als an die klassische Ökosteuer, die auf dem Verursacherprinzip basiert.«

Zweckgebundene Verwendung

Die Einnahmen aus der Ecotasa dürften zudem nur zweckgebunden verwendet werden. Mit dem Geld sollen zum Beispiel Fußgängerzonen geschaffen, der öffentliche Nahverkehr verbessert oder Wander- und Radwege sowie Grünanlagen angelegt werden. Auch die Förderung traditioneller Baustile oder zusätzliche Parkplätze und Wasseraufbereitunganlagen sind angeblichn vorstellbar.


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