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Streik: Lufthansa geht auf Verdi zu

Nach vier Tagen Streik bei der Lufthansa gibt es erstmals informelle Gespräche über eine Lösung des Tarifstreits. Die Initiative sei von der Lufthansa ausgegangen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Auch an diesem Donnerstag fallen wieder mehr als 100 Flüge aus.

Im Tarifstreit bei der Deutschen Lufthansa ist am vierten Streiktag Bewegung gekommen. "Lufthansa ist auf uns zugekommen, um informelle Gespräche aufzunehmen", sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter. Erstmals seit dem Scheitern der Verhandlungen vor drei Wochen gebe es nun informelle Gespräche. Ein Angebot oder Lösungsmöglichkeiten seien aber noch nicht in Sicht. Die Gespräche seien aus dem Bereich des Lufthansa-Vorstandes angeboten worden, sagte Reutter. Wer konkret daran teilnimmt, ließ er offen. Die Lufthansa bestätigte, "dass es Kontakte gibt".

Unterdessen wurde der unbefristete Streik fortgesetzt. Insgesamt rechnet die Lufthansa am Donnerstag mit 128 Flugausfällen, 28 davon auf der Langstrecke. Das Unternehmen geht davon aus, dass 94 Prozent des Flugplans eingehalten werden könnten.

Die Lufthansa hat einen Sonderflugplan für die nächsten fünf Tage ausgearbeitet, mit dem die Zahl der Flüge im klassischen Europaverkehr einschließlich Deutschland um rund zehn Prozent reduziert wird. Betroffen ist dabei vor allem das Drehkreuz Frankfurt. Auf der Langstrecke sollen in den nächsten Tagen jeweils 28 Flüge ausfallen.

Der Sonderflugplan für die kommenden fünf Tage diene dazu, den Passagieren Planungssicherheit zu geben. Zuvor waren durch die Streiks rund vier Prozent aller Lufthansa-Flüge gestrichen worden. Zum Sonderflugplan gibt es Auskünfte unter der Telefonnummer 0800 - 850 60 70 sowie auf der Webseite der Lufthansa.

Derzeit verhandeln die Tarifpartner nach eigenen Angaben nicht mehr miteinander. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Lufthansa bietet 7,7 Prozent für 21 Monate inklusive einer Einmalzahlung. An dem Ausstand beteiligten sich zunächst nur Angehörige des Bodenpersonals in der Technik, der Verpflegung und im Frachtbereich. Hier sind nach Schätzungen rund 50 Prozent der Mitarbeiter bei Verdi organisiert. Beim Kabinenpersonal sind dagegen nur 15 Prozent Verdi-Mitglieder.

DPA/AP / AP / DPA