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Telefonieren im Ausland Roaming-Gebühren sollen 2012 deutlich sinken

Anrufe aus dem Ausland werden ab dem 1. Juli günstiger
Anrufe aus dem Ausland werden ab dem 1. Juli günstiger
© Colourbox
Nächster Schritt im Kampf gegen böse Überraschungen auf der Handyrechnung nach dem Urlaub: Die Roaming-Gebühren sinken wieder etwas. Das nächste Ziel der EU-Kommission sind europaweite Preisobergrenzen für mobiles Internet.

Das Telefonieren mit dem Handy im europäischen Ausland wird pünktlich zu Ferienbeginn erneut billiger: Wer vom 1. Juli an mit seinem deutschen Mobiltelefon in einem anderen EU-Land telefoniert, zahlt für abgehende Anrufe nur noch 35 Cent pro Minute statt 39 Cent wie bisher. Eingehende Anrufe kosten den Handbesitzer 11 Cent - allerdings jeweils plus Mehrwertsteuer. Der Empfang von Mailbox-Nachrichten muss umsonst sein. SMS kosten weiterhin maximal 13 Cent. Keine Beschränkung gibt es für MMS, mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen.

Im Vergleich zu den Preisen im Inland sei die Nutzung des Mobiltelefons während Reisen allerdings noch immer zu hoch, bemängelt die EU-Kommission. Größtes Problem sei der mangelnde Wettbewerb unter den Anbietern, wodurch die Unternehmen ihre Preise für das sogenannte Roaming nicht deutlich unter die gesetzlich vorgeschriebenen Obergrenzen senken.

Roaming-Gebühren fallen für Gespräche an, die ein Handybesitzer außerhalb des eigenen Netzes im Ausland führt. Mobilfunkanbieter sind seit 2007 verpflichtet, die Obergrenze für die Gebühren zu senken. Diese Reglung läuft allerdings 2012 aus. Brüssel will, dass Roaming-Kosten langfristig entfallen. Die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes kündigte an, sie wolle das Problem "mit einem dauerhaften strukturellen Lösungsansatz an der Wurzel packen". Die Niederländerin will Vorschläge machen, wie der Wettbewerb auf dem Markt für das Telefonieren mit dem Handy im Ausland gestärkt werden kann.

Nach Angaben ihres Sprechers soll der Plan der Kommissarin in der kommenden Woche vorliegen. Der Vorschlag soll das "zugrundeliegende Problem" für teure Telefonate im Ausland angehen und den Wettbewerb auf den Roaming-Märkten fördern. Trotz Vorgaben aus Brüssel sei dieser bisher nicht in Gang gekommen: "Die Preise bleiben hartnäckig in der Nähe der für Endkunden erlaubten Preisobergrenzen", schreibt die Kommission.

Kampfansage an die Kostenfalle mobiles Internet

Die EU-Kommission will mit ihrem Vorschlag auch der Kostenfalle mobiles Internet einen Riegel vorschieben: Erstmals sollen bei der Internetnutzung via Handy Obergrenzen für Verbraucherpreise gesetzt werden. Urlauber, die im EU-Ausland über das Handy im Netz surfen, sollen pro Megabyte maximal 90 Cent zahlen (plus Mehrwertsteuer). Bis 2014 soll der Höchstpreis dann auf 50 Cent pro Megabyte fallen. Heute zahlen Verbraucher im Schnitt 2,50 Euro. Gelten würden die neuen Verbraucherpreise für das mobile Surfen dann ab Juni 2012.

Bislang sind für die mobile Internetnutzung nur die Großhandelspreise gedeckelt, die sich Betreiber gegenseitig in Rechnung stellen - nicht die Preise für Endkunden. Die Großhandelspreise sinken bereits von diesem Freitag an von 80 Cent pro Megabyte auf 50 Cent. Für Verbraucher, die im Ausland mobil surfen, gilt bislang lediglich die automatische gesetzliche Kostenobergrenze von 50 Euro pro Monat (plus Mehrwertsteuer). Die Mobilfunkbetreiber müssen ihre Kunden per SMS oder E-Mail warnen, wenn diese sich dem 50-Euro-Limit nähern. Bestätigt der Nutzer nicht ausdrücklich, dass er online bleiben will, wird die Verbindung gekappt.

pen/DPA/AFP DPA

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