Telekommunikatin Kabelnetz bis zu 2,1 Milliarden Euro wert


Nach monatelangen Verhandlungen steht die Deutsche Telekom einem Zeitungsbericht zufolge unmittelbar vor dem Verkauf ihres verbliebenen TV-Kabelnetzes für bis zu 2,1 Milliarden Euro.

Die "Financial Times Deutschland" berichtet, die Telekom sei sich grundsätzlich mit dem Bieterkonsortium um die Investmentbank Goldman Sachs einig. Der Kaufpreis beinhalte einen Barbetrag von 1,725 Milliarden Euro und eine weitere Zahlung von 375 Millionen Euro, die allerdings von der geschäftlichen Entwicklung der sechs regionalen Kabel-TV-Gesellschaften abhänge. Über den möglichen Termin dieser Zahlung wurden keinen Angaben gemacht. Die Telekom war in ihren Planungen zum Schuldenabbau bislang von einem Erlös von zwei bis 2,3 Milliarden Euro ausgegangen.

Ausstieg aus dem Kabel-TV-Geschäft

Ein Telekom-Sprecher lehnte einen Kommentar zu dem Zeitungsbericht ab. Reuters hatte bereits am Montag aus verhandlungsnahen Kreisen erfahren, dass die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss stünden. "Wir sind auf gutem Weg. Der Vertrag könnte in den nächsten Tagen unterzeichnet werden", hieß es in den Kreisen. Letzte Detailfragen seien noch zu klären.

Die Telekom würde mit dem Verkauf ihrer restlichen regionalen Kabel-TV-Gesellschaften ihre verbliebenen Aktivitäten in der Geschäftssparte veräußern. Vor gut drei Jahren hatte die Telekom mit dem Verkauf von Teilen des bundesweiten Netzes begonnen. Anfang 2002 war der mit dem US-Medienkonzern Liberty vereinbarte Verkauf der verbliebenen sechs Gesellschaften in Nord- und Ostdeutschland sowie in Rheinland-Pfalz und Bayern für 5,5 Milliarden Euro jedoch am Verbot des Bundeskartellamts gescheitert. Daher leitete die Telekom das derzeit zu Ende gehende Verkaufsverfahren für die Netze mit rund zehn Millionen angeschlossenen Kunden ein.

Abbau von Verbindlichkeiten

Der Kabel-Netzverkauf ist wesentlicher Teil des Verkaufsprogramms zum Abbau der Verbindlichkeiten von zuletzt 64 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt muss einem Verkauf zustimmen. Die Telekom hatte angekündigt, den Verkauf einschließlich Prüfung durch das Kartellamt bis Ende des ersten Quartals abzuschließen.

Die "Bild"-Zeitung und das "Handelsblatt" berichteten ebenfalls, dass die Telekom für ihr Kabelgeschäft mit dem aus der US-Investmentbank Goldman Sachs sowie der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners und Providence Equity Partners bestehendem Konsortium einen Käufer gefunden habe. Die beiden Zeitungen nannten als Kaufpreis 1,7 beziehungsweise 1,725 Milliarden Euro.


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