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TELEKOMMUNIKATION: Erleichterung bei MobilCom

Nachdem MobilCom-Gründer Gerhard Schmid seine Aktien an einen Treuhänder übertragen hat, hält der Betriebsrat das Unternehmen für zunächst gerettet.

Die Unterschrift von MobilCom-Gründer Gerhard Schmid unter den Treuhändervertrag ist am Firmenstandort Büdelsdorf mit Erleichterung aufgenommen worden. »Es geht hier weiter«, sagte Betriebsratsvorsitzender Jörg Malter. »Wir sind ein ganzes Stück weiter.« Mit der Einigung auf Ex-RTL-Chef Helmut Thoma als Treuhänder für die Aktien Schmids gilt der Weg für die weitere Sanierung des seit Wochen von Insolvenz bedrohten Telefonanbieters frei.

1.850 Stellen werden abgebaut

Die Gewerkschaften und Betriebsräte haben einem Abbau von 1.850 der 5.000 Vollzeit-Arbeitsplätze zugestimmt. Eine Entscheidung darüber, welche Mitarbeiter ihren Job verlieren, wird in Kürze erwartet. »Wir sind in Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan«, sagte Betriebsratsvorsitzender Malter. »Unser Ziel ist es, noch heute zu einem Ergebnis zu kommen.« Noch am Freitag oder am Sonnabend sollten die betroffenen Mitarbeiter informiert werden.

»Stundung nur noch Formsache«

Mit dem Ende des Streits um den Treuhändervertrag für die Anteile von Schmid sei die drohende Insolvenz abgewendet. »Die weitere Stundung der Milliardenkredite von Mobilcom noch heute ist nur reine Formsache«, sagte Betriebsratssprecher Thomas Schrader am Freitagmorgen der Nachrichtenagentur Reuters. »Wir haben entsprechende Signale von den Banken und aus dem Unternehmen.«

Großaktionär France Télécom gab bisher zunächst allerdings keine Entscheidung zu der Treuhänder-Regelung bekannt.

Schmid hatte am Donnerstagabend einen Vertrag unterzeichnet, mit dem seine Aktien und die Anteile der Firma seiner Frau an Thoma als Treuhänder übertragen werden. France Télécom hatte sich bereits zuvor bereit erklärt, das Unternehmen von rund sieben Milliarden Euro Schulden zu befreien.