HOME

Thermomix-Hersteller: Vorwerk-Kunden sauer: Luxus-Teekocher Temial wird zum Pannengerät

Der 600-Euro-Teekocher Temial sollte für Vorwerk das nächste große Ding nach dem Thermomix werden. Doch nun kämpft der Hersteller neben der Häme auch noch mit technischen Schwierigkeiten.

Temial

Der Temial ist optisch an den Thermomix angelehnt - kann aber "nur" Teekochen

Mit dem Thermomix hat Hersteller Vorwerk einen Monster-Verkaufshit geschaffen. Doch das aktuelle Modell TM5 ist mittlerweile rund vier Jahre alt und der Hype lässt nach. Um den sinkenden Absatz aufzufangen, hat Vorwerk sich ein neues Gerät ausgedacht: den Temial, einen Hightech-Teekocher für sagenhafte 600 Euro.

Schon bei der Ankündigung des Produkts im Mai gab es Zweifel, ob der Luxus-Teekocher wirklich das Zeug zum Verkaufsschlager hat. Wer kauft ein Gerät für so viel Geld, das nicht mehr kann als Teekochen, fragten sich einige spöttisch. "Also ganz ehrlich, so ein Gerät braucht nicht mal die Queen", lästerte die Social-Media-Abteilung des Discounters Lidl.

Nun ist auch noch der Verkaufsstart des Super-Teegeräts gründlich misslungen. Seit Juni konnten Kunden den Temial vorbestellen, doch viele warten trotz Vorkasse offensichtlich immer noch auf die Lieferung. Der Grund ist nicht, dass Vorwerk mit den vielen Bestellungen nicht hinterherkommt, sondern technische Probleme am Gerät.

Temial hat technische Probleme

Softwareprobleme zwangen den Hersteller, die Auslieferung zu stoppen, wie zuerst die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete. "Im Rahmen unserer internen Qualitätskontrolle haben wir Ende September Auffälligkeiten an der Software vereinzelter Geräte feststellen müssen", erklärt Vorwerk auf stern-Anfrage. "Wir haben daraufhin die Auslieferung der Teegeräte unterbrochen und mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet."

Am heutigen Montag soll die Auslieferung des Geräts wieder aufgenommen werden. "Die Teegeräte aller Kundinnen und Kunden, die bisher vorbestellt haben, werden bis Weihnachten versendet." Für die verlängerte Lieferzeit sollen die betroffenen Kunden eine Entschädigung von 150 Euro bekommen. Wer eine neue Bestellung aufgibt, muss laut Kundenservice mit zwei bis drei Wochen Lieferzeit rechnen.

Abstürze wie ein Pannen-PC

Worin die technischen Probleme genau bestehen, sagt Vorwerk nicht. Aber einige Kunden berichten laut "FAS", dass sich das mit Technik vollgestopfte Gerät immer wieder aufhänge und erst wieder funktioniere, wenn es einmal vom Netz genommen wurde.

Vier Jahre lang arbeitete ein 30-köpfiges Team an dem Gerät, das nicht nur für den deutschen, sondern vor allem auch für den chinesischen Markt gedacht ist. Ein eingebauter QR-Scanner erkennt die vorgehaltene Teesorte, ermittelt die optimale Aufgusstemperatur und Ziehzeit und soll dann den perfekten Tee ausspucken. Zudem soll eine zugehörige App ein individuelles Teetrinkerprofil anlegen und die Lieblingssorten nachbestellen. Doch auch hier ist offenbar noch eine technische Baustelle offen: Die App ist bislang noch nicht verfügbar. 

Currywurst aus dem Thermomix
Themen in diesem Artikel