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Vorwerk-Neuheit: Teekocher für 599 Euro - der neue Tee-Thermomix und die Häme vom Discounter

Thermomix-Hersteller Vorwerk hat ein neues Gerät auf den Markt gebracht. Der Temial ist ein Teekocher. Sein stolzer Preis: 599 Euro. Im Netz sorgt das für Häme. Das Unternehmen hat mit seinem Neuling einen besonderen Markt im Blick.

Temial

Der Temial ist optisch an den Thermomix angelehnt - kann aber "nur" Teekochen

Der unglaubliche Hype um den hat Hersteller Vorwerk in den vergangenen Jahren in unerwartete Höhen katapultiert. Dank des aktuellen Modells TM5 setzte der Konzern im Jahr 2016 mehr als drei Milliarden Euro um - absoluter Rekord. Doch als 2017 der Hype nachließ, ging auch der Vorwerk-Umsatz empfindlich zurück, denn der Thermomix ist für rund 40 Prozent des Konzerngeschäfts verantwortlich.

Ein neuer Verkaufsschlager muss her und den hofft das Wuppertaler Unternehmen mit dem Temial gefunden zu haben. Vier Jahre lang arbeitete ein 30-köpfiges Team an dem Gerät, das nun für stolze 599 Euro auf den Markt kommt. Im Gegensatz zum Alleskönner Thermomix kann der Temial eigentlich nur eine Sache: Teekochen.

Teegerät mit Hightech-Schnickschnack

Zwar ist der Temial vollgestopft mit allerlei digitaler Technik. So erkennt ein QR-Scanner die vorgehaltene Teesorte und brüht dann automatisch mit optimaler Aufgusstemperatur und Ziehzeit. Es gibt eine eigene App, über die Wasserfilter und Tees nachbestellt werden können und die Statistiken zum Teekonsum liefert.

Aber unterm Strich ist es eben ein Teekocher für 600 Euro. Das klingt für viele fast zu absurd, um wahr zu sein. In den sozialen Netzwerken gibt es seit Tagen verwunderte Nutzer wie Magda Hösel, die sich fragt: "Ernsthaft? Ein Teedingens für 600 Euro?" Besonders süffisant äußerte sich dabei die Social-Media-Abteilung von Lidl. "Also ganz ehrlich, so ein Gerät braucht nicht mal die Queen", lästerte der Discounter auf seiner Facebookseite. Dazu ist der Temial in einer Anzeige neben eine Discounter-Teemaschine für 15 Euro aus dem eigenen Sortiment montiert. 

 

Ob der Temial, der in Deutschland ab dem 1. Juni online bestellbar sein wird, ein Verkaufsschlager à la Thermomix wird, ist unklar. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marketing-Portals Horizont halten 94 Prozent der Deutschen das Gerät für zu teuer. Allerdings zielt Vorwerk mit dem Hightech-Teekocher vor allem auf den asiatischen Markt mit seiner ausgeprägten Teekultur. Vor allem in China will Vorwerk stark wachsen.

Und wer weiß: Sollte sich der Temial in den nächsten Jahren tatsächlich zur Nespresso-Maschine Asiens entwickeln, kann Vorwerk der Spott von heute gründlich egal sein.

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