TOURISMUS Deutsche Urlauber meiden Spanien

Spanien verliert die Gunst deutscher Touristen. Im wichtigen Ferienmonat Juli sank die Zahl der Urlauber aus der Bundesrepublik um knapp 20 Prozent zum Vorjahr.

Insgesamt zählte das Sonnenland Spanien im Juli 5,5 Prozent weniger Hotelübernachtungen, wie die Presse am Samstag berichtete. Besonders stark war das Minus demnach auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln sowie in der Region Valencia, mit jeweils 7,4 Prozent. Die Kanaren verzeichneten einen Rückgang um 5,1 Prozent. Die leicht gestiegene Zahl spanischer Urlauber habe dies nicht wettmachen können.

Konkurrenz ist billiger

Als Hauptgrund wurde die Konjunkturschwäche vor allem in Deutschland bei gleichzeitig billigeren Angeboten in Konkurrenz-Ländern wie Griechenland, der Türkei, Ägypten, Kroatien oder Bulgarien genannt. Die Hotelpreise in Spanien stiegen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 2,4, bisweilen sogar um bis zu 10 Prozent. Die Hoteliers wiesen dies zurück. Die Zeitung »El País« zitierte einen Preisvergleich, wonach eine Woche Urlaub in einem Viersterne-Haus mit Halbpension inklusive Flug in Bulgarien bereits für 560 Euro zu haben ist, in Spanien dagegen um die 800 Euro kostet.

Weiterer Rückgang befürchtet

»Spanien hat schon lange aufgehört, ein Billigland zu sein«, räumte Spaniens oberster Tourismusverantwortliche, Staatssekretär Juan José Güemes, ein. Dafür würde sein Land aber immer mehr Qualität bieten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis müsste aber im Auge behalten werden. Insgesamt ist in diesem Jahr mit einem Rückgang bei den Übernachtungen von 5,0 bis 10,0 Prozent zu rechnen, fürchtet der Nationale Hotelverband Zontur, obwohl die Balearen als Hauptreiseziel derzeit praktisch ausgebucht sind. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Spanien. Er macht rund 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (PIB) und etwa 10 Prozent der Arbeitsplätze aus.

Lesen Sie dazu auch in unserem Urlaubs-Spezial: »Kein Bock mehr auf Malle«


Mehr zum Thema



Newsticker