Trittbrettfahrer Bärenstarke Geschäfte mit "Bruno"

Gut eine Woche nach dem Tod von Braunbär "Bruno" kommen immer mehr Produkte auf den Markt: Stofftierproduzent Steiff bietet Teddys mit Trauerflor an, auch Haribo und andere Firmen wollen vom Bärboom profitieren.

Goldgrube Braunbär: Nach flugs aufgetauchten Solidaritäts-T-Shirts oder Trauerflaggen für den auch "JJ1" genannten Bären bringen nun auch große Süßwaren- und Stofftierunternehmen Waren mit Bruno-Bezug auf den Markt. Der Süßwarenkonzern Haribo kündigte am Dienstag in Bonn an, ab Ende Juli "Bruno Braunbär"-Schaumzucker zu verkaufen. Der schwäbische Stofftierherstellers Steiff bietet bereits einen Trauerflor tragenden Braunbären an, der Thüringer Sammelplüschtier-Anbieter Schildkröt vermarktet eine "Bruno mein Bärenfreund"-Sonderedition.

Firmen spenden an WWF

Die meisten Firmen verknüpfen ihre Vermarktungsstrategie mit Spendenbereitschaft für den Naturschutz. So denkt die für ihre "Bärenmarke" bekannte Allgäuer Alpenmilch GmbH nach Angaben von Marketingleiter Jürgen Dittrich darüber nach, auf den Milchverpackungen zu Spenden für Bärenprojekte aufzurufen. "Die Marke ist fast moralisch verpflichtet, etwas zu tun", sagte er vor einem Treffen mit der Artenschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). Die Molkerei hat den WWF in den vergangenen Wochen bereits unterstützt, auch die anderen drei Firmen engagieren sich für die Naturschützer.

"Wir hoffen darauf, durch die Aktionen der Unternehmen in den kommenden Wochen 20.000 bis 30.000 Euro an Spenden herein zu bekommen", sagt WWF-Sprecher Dirk Barth. Von jedem der einzeln zu verkaufenden Haribo-Schoko- oder Karamelbären geht gut ein Zehntel Cent an den WWF. Steiff hat angekündigt, fünf Prozent des pro Trauerbären erlösten Geldes zu spenden, Schildkröt drei Prozent. Allerdings versuchen Trittbrettfahrer mittlerweile, das Umwelt-Engagement für unlautere Zwecke zu missbrauchen. "Bei Ebay haben einige Anbieter mit einer WWF-Unterstützung geworben, die es gar nicht gibt", sagt Barth. "Das haben wir stoppen lassen."

Reuters Reuters

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