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Trotz Verbots des Fahrdienstes: Uber verzeichnet zahlreiche Neuanmeldungen

Das Landgericht Frankfurt hatte dem Taxi-Konkurrenten Uber verboten, Fahrer ohne Konzession zu vermitteln. Das Unternehmen macht trotzdem weiter und meldet eine hohe Zahl der Neuanmeldungen.

Private Fahrdienste nach Geschmack und Geldbeutel - das Start-up Uber will mit neuen Dienstleistungen über das Smartphone durchstarten. Traditionelle Taxibetriebe kochen

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Die Zahl der Neuanmeldungen beim Taxi-Konkurrenten Uber ist nach Angaben des Unternehmens seit Bekanntwerden des deutschlandweiten Verbots sprunghaft angestiegen. In den fünf Städten, in denen Uber momentan aktiv sei, hätten sich die Neuanmeldungen "mindestens verdoppelt", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Smartphone-App Uber Pop sei sogar in Städten heruntergeladen worden, wo das Unternehmen noch gar nicht aktiv sei. Grund sei der Versuch, die App "in Deutschland zu beschränken und damit Nutzern in Deutschland die Wahl zu nehmen", erklärte Uber.

Das Landgericht Frankfurt am Main hatte dem Taxi-Konkurrenten per einstweiliger Verfügung deutschlandweit die Vermittlung von Fahrern ohne Konzession untersagt. Ohne eine offizielle Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz dürfe das Unternehmen keine Fahrgäste mehr über seine App Uber und den Dienst UberPop befördern, ordnete das Gericht an. Demnach droht den Betreibern ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro pro vermittelte Fahrt oder alternativ Ordnungshaft bis zu sechs Monaten für einen "Uber-Direktor".

Uber setzt sich über das Verbot hinweg

Das Unternehmen zeigte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung am Dienstag davon unbeeindruckt und machte weiter. "Uber wird seine Tätigkeit in ganz Deutschland fortführen und wird weiterhin die Optionen "UberPop" und "UberBlack" über die Uber-App anbieten", teilte das Unternehmen mit.

Uber erlaubt unter anderem Privatleuten ohne spezielle Zulassung, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die oft deutlich günstiger sind als die ortsüblichen Taxitarife. In Deutschland ist das Start-up bisher in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf vertreten. Weltweit ist das US-Unternehmen eigenen Angaben zufolge in 45 Ländern tätig und stößt vielerorts auf Widerstand, insbesondere in der Taxibranche.

"Uber übernimmt keinerlei Verantwortung"

Die Taxi Deutschland eG war gegen den neuen Konkurrenten vor Gericht gezogen. Die Genossenschaft kritisiert vor allem, dass Uber Fahrgäste mit privaten Fahrern zusammenbringe, die keine Erlaubnis zur Personenbeförderung hätten und nicht die üblichen Auflagen des Taxigewerbes erfüllten.

"Uber kassiert, ohne zu investieren, und übernimmt keinerlei Verantwortung", kritisierte Dieter Schlenker, Vorsitzender der Genossenschaft. "Fahrer werden nicht kontrolliert, und sie sind weder sozialversichert noch erhalten sie feste Löhne." Ohne zusätzliche Kosten könnten die privaten Fahrer ihre Dienste theoretisch deutlich günstiger anbieten. Die Genossenschaft sieht deshalb unlauteren Wettbewerb in den Angeboten von Uber - und wurde nun vom Landgericht Frankfurt in dieser Einschätzung bestätigt.

Größtes Wachstum seit Jahresbeginn

Bei dem Streit geht es den Kontrahenten auch um traditionelle und neue Geschäftsmodelle, die mit Hilfe von Internet und Smartphone in angestammte Geschäftsfelder vordringen. Uber sieht sich dabei als smartes, innovatives Internet-Unternehmen und verweist auf einen Erfolg besonders in Deutschland. "Es gibt einen Grund, warum Deutschland zu Ubers am schnellsten wachsenden Märkten in Europa zählt", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. "Es liegt daran, dass die deutschen Verbraucher kluge Entscheidungen, intelligente Städte und den erstklassigen Service von Uber lieben."

In den vergangenen 24 Stunden habe Uber "das größte Wachstum an Neuanmeldungen innerhalb nur eines Tages seit Jahresbeginn" verzeichnen können, teilte Uber-Sprecher Fabien Nestmann mit. Dieser "öffentliche Zuspruch" bestätige Uber in seinem Vorhaben, bald auch in weitere deutsche Städte zu expandieren.

mka/DPA/AFP / DPA