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Übergabe des A380: Airbus feiert späte Lieferung

In Toulouse hat Singapore Airlines den ersten Airbus vom Typ A 380 übernommen. In zehn Tagen soll das Flugzeug mit Passagieren erstmals abheben. Die feierliche Übergabe wurde allerdings überschattet von der Affäre um mögliche illegale Aktiengeschäfte beim Mutter-Konzern EADS.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat in Toulouse den ersten Super-Airbus A380 ausgeliefert. Mit fast zwei Jahren Verspätung übernahm Singapore Airlines als erster Kunde das weltgrößte Passagierflugzeug. Nach einer gut zehnminütigen Licht- und Musikschau wurde der Riesenflieger mit dem blau-goldenen Emblem der asiatischen Fluglinie auf dem Rollfeld präsentiert. Der erste kommerzielle Flug ist für den 25. Oktober nach Sydney vorgesehen. Am 28. Oktober soll der Superjet in den Liniendienst gehen.

Airbus-Chef Thomas Enders würdigte das Ereignis als "Meilenstein". "Das ist ein Tag, an dem wir stolz sein können." In seiner Rede vor gut 600 Gästen wandte er sich als erstes an die Airbus-Beschäftigten. "Ich weiß, wie aufrührend die vergangene Zeit gewesen sind", sagte er. Besonders Probleme mit der komplizierten Verkabelung hatten wiederholt zu Lieferverzögerungen bei dem Riesenjet geführt und den EADS-Konzern in eine tiefe Krise mit Milliardenbelastungen gestürzt. Airbus soll durch das Sparprogramm Power 8, das den Abbau von 10.000 Stellen sowie Werksverkäufe vorsieht, wieder durchstarten.

Der Vorstandsvorsitzende von Singapore Airlines, Chew Choon Seng, sprach von einem "glücklichen und stolzen Moment" für sein Unternehmen. "Wir starten heute ein neues Kapitel in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt."

Überschattet wird die Zeremonie von der Affäre um möglichen illegalen Aktienhandel beim Airbus-Mutterkonzern EADS. Enders wies die Vorwürfe am Rande der Feier erneut zurück.

DPA, Reuters / DPA / Reuters