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Übernahme: KarstadtQuelle kauft sich DSF

Die Zustimmung des Gläubigerausschusses hat den Kauf perfekt gemacht - die Zukunft des Sportsenders DSF liegt nun in Händen des Kaufhauskonzerns

Das Deutsche Sportfernsehen DSF wird nach einem spannenden Bieter-Wettstreit an ein Konsortium um KarstadtQuelle verkauft. Der Kaufhaus-Konzern erhielt in der Nacht zum Dienstag den Zuschlag des Gläubigerausschusses und setzte sich damit gegen den US- Milliardär Haim Saban durch. Zum Kaufpreis äußerten sich beide Seiten nicht. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen liegt er bei rund 20 Millionen Euro. Saban hatte das KarstadtQuelle-Konsortium kurz vor der Entscheidung leicht überboten und sich daher bessere Chancen ausgerechnet.

Zweite Bundesliga soll Schwerpunkt bleiben

Zehn Jahre nach dem Start hat sich das DSF als einziger deutscher Sport-Fernsehsender etabliert. Einen Namen gemacht hat sich das DSF vor allem durch die Übertragung von Fußballspielen der Zweiten Bundesliga. Jeden Montag ist ein Spiel live zu sehen. Viele treue Fans hat auch die Bundesliga-Talkshow 'Doppelpass' am Sonntagvormittag. Nach dem Sieg im Bieter-Wettkampf will KarstadtQuelle gemeinsam mit dem Völkl-Besitzer Hans-Dieter Cleven und der Medienfirma EM.TV den Fortbestand und die Eigenständigkeit des DSF sichern. Auch unter den neuen Besitzern sollen die Fußballspiele der Zweiten Bundesliga ein Schwerpunkt des Senders sein.

Für den Verkauf fit gemacht

Für den neuen Besitzer ist der Sender herausgeputzt worden. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, wurde die Zahl der Arbeitsplätze von einst mehr als 400 auf 228 fast halbiert. Im vergangenen Jahr soll der Sender nach Informationen aus Branchenkreisen bei einem Brutto-Umsatz von 180 Millionen Euro einen Verlust von 30 Millionen Euro gemacht haben. Bis zum Jahresende 2003 will DSF eine schwarze Null erreichen. Das Votum des Gläubigerausschusses sei für die Mitarbeiter des Senders ein wichtiges Signal, sagte EM.TV-Chef Werner Klatten.

Synergien für die Sporthäuser erhofft

KarstadtQuelle erhofft sich von dem Engagement auch Synergien für seine Sporthäuser. "Es wird nun darauf ankommen, gemeinsam mit den Mitarbeitern die hohen Wachstums- und Ertragspotenziale des Senders und des Sportmarktes im allgemeinen zügig zu erschließen", sagte KarstadtQuelle-Vorstand Peter Gerard. Das Konsortium um KarstadtQuelle hatte bereits vor Wochen den Zuschlag für den Kauf des Sportsenders erhalten. Auch der Kaufvertrag wurde bereits unterschrieben. Allerdings war das Geschäft bis zur Entscheidung der Kirch-Zwischenholding Taurus TV offen. Dies bot Saban die Gelegenheit, in letzter Minute eine Gegenofferte vorzulegen, nachdem er bereits den Großteil der insolventen KirchMedia gekauft hatte.

Schon vorher siegessicher

Trotz des Konkurrenten hatte sich das KarstadtQuelle-Konsortium bereits auf die Übernahme vorbereitet und sich die Übertragungsrechte für zahlreiche Fußballspiele der Zweiten Bundesliga gesichert. Auch das Kartellamt hat der Übernahme bereits zugestimmt. Mit dem Verkauf des DSF sind damit gut ein Jahr nach der Pleite der KirchMedia fast alle wesentlichen Unternehmensteile unter den Hammer gekommen.

DPA