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Umfrage: Aufschwung in der Industrie ist zu Ende

Der Aufschwung in der deutschen Industrie ist laut einer Umfrage vorerst vorbei. Zum ersten Mal seit drei Jahren schrumpfte die Produktion. Die Betriebe reagierten bereits auf die sinkende Nachfrage bei Industrieerzeugnissen: Hersteller von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen drosselten ihre Produktion.

Der Aufschwung in der deutschen Industrie ist im August zu Ende gegangen. Die Produktion schrumpfte zum ersten Mal seit drei Jahren, wie die Marktforscher von Markit am Montag zu ihrer Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilten. Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex sank von 50,9 auf 49,7 Punkte und damit unter die Marke von 50 Zählern, ab der ein Wachstum signalisiert wird. "Damit endet eine Periode von 35 Monaten in Folge mit anhaltendem Wachstum, die im Juni 2006 ihren Höhepunkt erreichte und die längste Boomphase sei Umfragebeginn vor zwölfeinhalb Jahren war", schrieben die Experten.

Besonders die Hersteller von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern drosselten ihre Produktion. Damit reagierten die Betriebe auf den deutlichen Nachfragerückgang nach Industrieerzeugnissen "Made in Germany". "So hinterließ nicht nur die Kreditkrise, sondern auch der starke Anstieg der Verkaufspreise ein erheblich höheres Minus in den Orderbüchern der Unternehmen als im Vormonat", hieß es.

Wegen der schwächeren Nachfrage produzierten die Unternehmen verstärkt auf Halde. Die Fertigwarenlager verzeichneten den größten Zuwachs seit gut sieben Jahren. Gleichzeitig wurden die Auftragsbestände so zügig abgebaut wie zuletzt vor fünf Jahren. Die Unternehmen stellten deshalb so wenige neue Mitarbeiter ein wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Kosten stiegen auch im August, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vormonat. Hauptursache dafür war der sinkende Ölpreis. Die Unternehmen setzten ihre Verkaufspreise erneut deutlich nach oben, und zwar so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr.

Reuters / Reuters
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