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Untreue-Verdacht: Razzia im Bankhaus Sal. Oppenheim

Wegen des Verdachts der Untreue hat die Kölner Staatsanwaltschaft Räume des Bankhauses Sal. Oppenheim durchsuchen lassen. Die Ermittlungen richten sich gegen ehemalige Führungsverantwortliche des Hauses, die Kredite möglicherweise ohne ausreichende Prüfung von Sicherheiten vergeben haben.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Räume des Bankhauses Sal. Oppenheim durchsucht. Es gehe um Büros in Köln und Frankfurt, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld am Donnerstag auf Anfrage der dpa. Schon Ende März hatte die Behörde Verfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen frühere Manager des Bankhauses eingeleitet. Die Ermittlungen sollen im Zusammenhang stehen mit Krediten, die möglicherweise ohne ausreichende Prüfung von Sicherheiten vergeben wurden. Das Geldhaus war in eine finanzielle Schieflage geraten und an die Deutsche Bank verkauft worden.

Die rund 40 Fahnder von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft betraten zu Beginn der Bürozeiten gegen 9.00 Uhr am Donnerstagmorgen die Räume der Bank. Mehrere Stunden lang stellten sie Unterlagen sicher, die sie in Kartons abtransportierten. Bei der Kriminalpolizei in Köln sollen diese Papiere und elektronische Datenträger nun ausgewertet werden. Aus Rücksicht auf die weiteren Ermittlungen wolle man zu Einzelheiten derzeit keine Stellung nehmen, erklärte Oberstaatsanwalt Feld.

Ein Sprecher von Sal. Oppenheim sagte, man unterstütze die Ermittlungen und habe den Behörden Unterlagen zu Geschäftsvorgängen zur Verfügung gestellt. Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen Kunden oder das Bankhaus selbst, sondern gegen ehemalige Führungsverantwortliche des Hauses.

Einen Bericht der "Wirtschaftswoche", wonach die ehemaligen Verantwortlichen der Bank sich "möglicherweise schuldhaft am Vermögen der Bank bedient" hätten, wollte die Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.

DPA / DPA