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Urteil: Waschmittel Perwoll, ungelöst

Zu wieviel Prozent muss sich ein Waschmittel auflösen, um mit "sofort löslich" werben zu dürfen? Deutlich mehr als 60 Prozent, urteilt ein Gericht und verbietet deshalb Perwoll mit dem Versprechen Reklame zu machen.

Der Waschmittelhersteller Henkel darf nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Dresden ab sofort bei seinem Feinwaschmittel Perwoll nicht mehr mit der Aufschrift "sofort löslich" werben. Wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte, sind in dem Waschmittel unstreitig bis zu 30 Prozent unlösliche Bestandteile enthalten.

Der 14. Zivilsenat gab mit seiner Entscheidung einer Klage des Konkurrenzunternehmens Fit GmbH Recht. Nach Auffassung der Richter versteht der aufmerksame und durchschnittlich informierte Verbraucher unter der Werbeaussage "sofort löslich", dass sich das Waschpulver vor den Augen des Betrachters unmittelbar in Wasser auflöst und sich mit diesem, ähnlich einem Flüssigwaschmittel, auf der Stelle zu einer homogenen Waschlauge vereinigt, die nahezu keine festen ungelösten Bestandteile mehr enthält. Dieser Erwartung werde das Waschmittel Perwoll jedoch nicht gerecht, hieß es. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

AP / AP
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