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US-Autobranche: Gewerkschaften machen Zugeständnisse

Die "Big Three" der amerikanischen Autobranche liegen am Boden. Angesichts der dramatischen Situation ist die Gewerkschaft zu deutlichen Zugeständnissen gegenüber GM, Ford und Chrysler bereit. Aus dem Kongress kommen Signale, dass es keine finanzielle Hilfe für die Autobauer geben wird.

Angesichts der Krise der US-Autobauer sind die Arbeitnehmer zu deutlichen Einschnitten bereit. Die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) werde auf Arbeitsplatzgarantien verzichten und verspätete Zahlungen an den Krankenversicherungsfonds für Rentner akzeptieren, sagte UAW-Chef Ron Gettelfinger am Mittwoch.

Auf diese Weise würden die Chancen der Hersteller auf Regierungshilfen steigen, erläuterte Gettelfinger die Zugeständnisse. Allerdings stößt im Kongress die Bitte um eine Finanzhilfe von 34 Milliarden Dollar offenbar eher auf Vorbehalte. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte vor der Sitzung des Bankenausschusses an diesem Donnerstag, er sehe nicht die erforderliche Mehrheit für eine derartige Unterstützung.

Die großen drei US-Hersteller hatten am Dienstag im Rahmen ihrer Sanierungskonzepte vor dem Kongress angekündigt, die Vereinbarungen mit den Gewerkschaften überarbeiten zu wollen. Auch dazu hat sich Gewerkschaftsführer Gettelfinger bereit erklärt. Viele Experten sehen in den hohen Arbeitskosten einen entscheidenden Nachteil der US-Hersteller gegenüber Rivalen wie Weltmarktführer Toyota. Gettelfinger sagte, die Gewerkschaften müssten sich in der Krise verantwortungsvoll verhalten. Falls GM untergehe, würde der Konzern sicherlich auch Chrysler mit in den Abgrund reißen.

Obama lobt Sanierungskonzepte

Der gewählte künftige US-Präsident Barack Obama lobte die neuen Sanierungskonzepte von GM, Ford und Chrysler. "Die Chefs dieser Firmen haben ernsthaftere Pläne vorgelegt", sagte er. Ob er die beantragten Finanzhilfen von bis zu 34 Milliarden Dollar befürworte, ließ Obama aber offen. Entscheidend sei, dass die Unternehmen langfristig überlebensfähig seien, erklärte er. Regierung, Finanz- und Handelsministerium würden die Pläne derzeit prüfen, erklärte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Für eine Einschätzung sei es jedoch noch zu früh.

Reid sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei Sache der Regierung, Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket für die Banken an die Automobilbranche abzuzweigen. Der demokratische Ausschussvorsitzende Chris Dodd verwies die Branche an die Notenbank. Er schrieb einen Brief an Fed-Präsident Ben Bernanke mit der Frage, ob es irgendwelche Hindernisse für Kredite der Notenbank an die Automobilkonzerne gebe. Vor zwei Wochen waren die drei großen Autobauer mit einem gemeinsamen Vorstoß gescheitert, nun versuchen sie es mit einzelnen Hilfskonzepten und Anfragen.

Reuters/AP / AP / Reuters
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