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Hohe Geldstrafen: US-Fitnessstudio will trotz Corona nicht schließen – notfalls geht der Betreiber ins Gefängnis

Dave Blondin hat sein Fitnessstudio bereits seit Wochen wieder geöffnet, obwohl das im US-Bundesstaat Massachusetts nicht erlaubt ist. Geldbußen schrecken den Betreiber nicht ab, ebensowenig wie eine Gefängnisstrafe.

Hanteln im Fitnessstudio

Fitnessstudios in den USA dürfen noch nicht öffnen – Dave Blondin wehrt sich dagegen (Symbolbild)

Getty Images

Während in Deutschland die Fitnesstudios langsam und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen wieder den Betrieb aufnehmen, sind sie in den USA immer noch geschlossen. Im Bundesstaat Massachusets sollen sie am 29. Juni wieder öffnen dürfen; so sieht es ein Plan für die Lockerungen der Corona-Maßnahmen vor. Dave Blondin kümmert das wenig. Der 30-Jährige hat sein Fitnessstudio trotz Coronavirus schon deutlich früher wieder für Sportbegeisterte geöffnet.

Blondin betreibt seit drei Jahren das Studio "Prime Fitness and Nutrition" in Oxford, einer kleinen Stadt in Massachusetts. Schon mehrfach sei er von den Behörden aufgefordert worden, sein Studio zu schließen, berichtete er dem "Boston Globe". Doch Blondin ist fest davon überzeugt, dass er auch während der Pandemie sein Geschäft weiterbetreiben darf. Für diese Überzeugung würde er sogar ins Gefängnis gehen.

Corona-Lockdown in den USA: "Wir werden wie Bauern behandelt"

"Das wäre es mir hundertprozentig wert", sagte er dem lokalen Sender WHDH. "Das macht mir keine Angst. Wenn sie glauben, dass sie mir Angst machen können, sollen sie kommen und mich verhaften." Bisher haben es die Behörden bei Geldstrafen belassen. Mark Reich, Vertreter des Stadtrats in Oxford, sagte dem "Boston Globe", die Stadt habe bereits etwa 5100 Dollar an Bußgeldern gegen den Fitnessstudio-Betreiber verhängt.

"Es geht uns nicht ums Geld, wir wollen die öffentliche Gesundheit und Sicherheit schützen", so Reich. Blondin hingegen fühlt sich in seinen Bürgerrechten verletzt. "Wir werden wie Bauern behandelt und nicht wie Amerikaner", beschwerte er sich im Gespräch mit WHDH. Auch seine Kunden seien froh darüber, in dem Fitnessstudio trainieren zu können.

Spendenkampagne bringt mehr als 11.000 Dollar ein

Dabei hat auch Blondin auf die Covid-19-Pandemie reagiert: Das Studio darf nur noch zu einem Viertel belegt werden, Desinfektionsmittel stehen bereit, die Gäste dürfen nur jeweils eine Stunde lang trainieren. Ähnliche Vorkehrungen also wie aktuell in deutschen Fitnessstudios – doch in Massachusetts ein klarer Gesetzesverstoß. Deshalb überlege ein Gericht nun, das Fitnessstudio mit Hilfe der Polizei schließen zu lassen, berichtet WHDH.

Dagegen kann dann wohl auch der Besitzer nichts mehr ausrichten. Die Geldstrafen hatte er noch gezahlt, ohne mit der Wimper zu zucken. Dafür hatte Blondin eigens eine Crowdfunding-Kampagne auf "GoFundMe" gestartet, wo ihn zahlreiche Spender in seinem Anliegen unterstützten. Insgesamt kamen dort bereits 11.000 Dollar zusammen – und damit mehr als doppelt so viel, wie Blondin bisher an Strafen zahlen musste.

Quellen: "Boston Globe" / "GoFundMe" / "WHDH"

epp

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