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Ohne tierische Produkte: Vegane Supermarktkette Veganz ist insolvent

Veganz, die erste Supermarktkette, die ohne tierische Produkte auskommen wollte, muss Insolvenz anmelden. Das Mutterunternehmen will nun eine andere Strategie fahren.

Veganz ist insolvent

Veganz ist insolvent

Als Jan Bredack seine Idee vom ersten veganen Supermarkt Deutschlands startete, galt er als Pionier. Nun zeigt sich: Der Traum der Supermarktkette Veganz ist geplatzt. Bredack hat nach Angaben der "Lebensmittelzeitung" Planinsolvenz Eigenregie beantragt. Der Berliner Rechtsanwalt Christian Otto wurde als vorläufiger Sachwalter bestimmt.

Supermarktkette Veganz hat sich überlebt

Die Supermarktkette war zuletzt schnell gewachsen - und hat sich selbst doch überlebt. "Das Modell des veganen Supermarktes hat sich aufgrund des steigenden Angebotes veganer Produkte im Handel überholt", sagt Bredack zur "Lebensmittelzeitung". Veganz beliefert fast den gesamten Einzelhandel. Rossmann, Müller, Globus, Metro - die Liste der Veganz-Kunden ist lang. Und auch andere vegane Anbieter sind längst in die Supermarktregale eingezogen. Die eigenen Veganz-Läden schafften sich mit dieser Strategie praktisch selbst ab.


Großhandel bei Veganz floriert

Doch Veganz als Unternehmen soll überleben. "Unsere anderen Gesellschaften sind von diesem Schritt aber nicht betroffen", versichert Bredack zur "Lebensmittelzeitung". Denn längst ist Veganz mehr als nur ein paar Läden. Setzte das Mutterunternehmen Veganz GmbH nach Angaben der "Lebensmittelzeitung" im Jahr 2015 noch 24 Millionen Euro um, sollten es 2016 schon 80 Millionen werden.

Das klappte nicht, die Prognose wurde auf 56 Millionen Euro nach unten geschraubt. Das Problem: Den Umsatz habe man verdoppelt, so Bredack. Aber das Unternehmen machte auch 2016 "kein schwarzes Ergebnis auf Ebit-Basis".  Vor allem der Großhandel mit veganen Produkten liefe gut, doch mit den teuren Filialen blieb Veganz in den roten Zahlen. "Wir trennen uns von Verlustbringern und konzentrieren uns auf unser Markengeschäft im Großhandel und Gastronomie. Wir rechnen damit, dass wir nach Sanierung der Supermärkte 2017 schwarze Zahlen schreiben", so Bredack zur "Lebensmittelzeitung".

Berliner Veganz soll bleiben

Offenbar sollen die drei Berliner Läden erhalten bleiben, aber mit einem neuen Gastronomie-Konzept ausgestattet werden. Für die anderen Geschäfte sei, so die "Lebensmittelzeitung", die Schließung angepeilt.

kg