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Verkauf: Daimler trennt sich endgültig von Chrysler

Das Abenteuer Chrysler will Daimler jetzt für immer beenden: Die Stuttgarter wollen ihre restlichen knapp 20 Prozent, die sie noch an dem amerikanischen Autobauer halten, endgültig verkaufen.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will seinen missglückten Ausflug in die Welt der US-Massenhersteller endgültig ad acta legen. Das Unternehmen bestätigte Verhandlungen mit dem US-Finanzinvestor Cerberus, der nun auch die restlichen 19,9 Prozent an der ehemaligen Daimler-Tochter Chrysler übernehmen soll.

Cerberus sei auf Daimler wegen des Anteils zugegangen, erklärte der Finanzinvestor am Abend. Den Minderheitsanteil hatte Daimler vor einem Jahr behalten, als Cerberus kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise den verlustanfälligen US-Autobauer gekauft hatte. Im Juli hatte Daimler den Buchwert der Beteiligung mit 171 Millionen Euro genannt.

Die 1998 geschlossene "Hochzeit im Himmel" mit Chrysler hatte sich für den Stuttgarter Traditionskonzern nie so recht ausgezahlt. Immer wieder verhagelten die Verluste aus den USA die Bilanz des Mercedes- und Smart-Herstellers. Auch nach dem weitgehenden Ausstieg im vergangenen Jahr musste Daimler noch ein Fünftel der Chrysler-Verluste auf eigene Rechnung nehmen. Alle großen US-Autobauer bezahlen für ihre Modellpolitik in Zeiten steigender Benzinpreise mit drastisch sinkendem Absatz und roten Zahlen.

Das "Manager Magazin" berichtete unter Berufung auf Konzernkreise vorab, der Verkauf des Pakets an Cerberus werde möglicherweise in wenigen Wochen perfekt sein, die Unternehmen verhandelten nur noch über Einzelheiten. Daimler werde bei der Transaktion anders als vor einem Jahr nicht draufzahlen, hieß es in dem Bericht. Mit dem Abschluss sollten auch gegenseitige Leistungen des vergangenen Jahres abgerechnet werden.

Ein Kredit über 1,5 Milliarden Dollar, den Daimler Chrysler im Zuge des Verkaufs gewährt hatte, sei von der Transaktion nicht berührt, berichtete das Magazin. Die hohen Zinsen des bis 2014 laufenden Darlehens sind für den Konzern - ungeachtet des Rückzahlungsrisikos - attraktiv. Chrysler zahlt sieben Prozent mehr als den Bankenzinssatz Libor.

Reuters / Reuters
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