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Verkaufsgerüchte: Trennt sich Metro von Praktiker?

Im Juni hatte Metro angekündigt, mit Hilfe von Beratungsunternehmen alle Optionen für Praktiker zu prüfen. Nun scheint der Konzern eine Option ins Auge gefasst zu haben.

Der britische Finanzinvestor Permira verhandelt nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen über den Kauf der Metro-Baumarkttochter Praktiker. Aus dem Aufsichtsrat von Metro verlautete, dass das Gremium am 18. Oktober auf einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft von Praktiker beraten will.

"Metro spricht mit Permira", sagte am Montag ein mit den Gesprächen Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie haben vor wenigen Wochen die Gespräche aufgenommen." Von anderer Seite hieß es, die Gespräche dauerten noch an, ihr Ausgang sei offen. Ein Metro-Sprecher wollte dies nicht kommentieren und bekräftigte lediglich, dass Metro mit unterschiedlichen Seiten spreche. Es gebe jedoch keine exklusiven Verhandlungen.

Ein Mitglied des Metro-Aufsichtsrates sagte Reuters, für den 18. Oktober sei das Gremium zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. "Dabei wird auch über Praktiker gesprochen", sagte der Aufsichtsrat. Informationen zu einem möglichen Verkaufspreis waren zunächst nicht erhältlich.

Im Juni hatte der Düsseldorfer Handelskonzern angekündigt, mit Hilfe von Beratungsunternehmen alle Optionen für Praktiker zu prüfen. Dies könne ein Verkauf, ein Börsengang oder auch den Verbleib der Sparte im Konzern bedeuten. Bis Ende des Jahres sollte ein Ergebnis vorliegen, hatte Metro mehrfach bekräftigt.

Praktiker hatte 2004 nach einer grundlegenden Sanierung und Neupositionierung als Discountermarkt einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro erzielt und sein operatives Ergebnis nahezu verdoppelt auf 59 Millionen Euro. 2005 sollen sich Umsatz und Rendite weiter verbessern.

Derzeit betreibt der Metro-Konzern, dessen Aktie zum Wochenstart im positiven Gesamtmarkttrend leicht auf 41,10 Euro zulegte, in neun europäischen Ländern rund 340 Praktiker-Märkte. Dennoch sieht Metro die Baumarktsparte nicht mehr als Kerngeschäft. Im Vergleich zu seinen übrigen Vertriebsschienen weist Praktiker im Einkauf die geringsten Synergien auf.

Bei seiner immer wichtigeren Auslandsexpansion setzt Konzernchef Hans-Joachim Körber überwiegend auf die erfolgreichen Großhandelsmärkte (Cash & Carry) und auf die Elektroniksparte (Media Markt/Saturn). Nur in geringem Umfang expandierte Metro im Ausland bislang mit seinen Real-Supermärkten und der Praktiker-Kette.

Reuters / Reuters