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Börsengang: Metro bringt Praktiker aufs Parkett

Der Handelsriese Metro will seine Baumarkt- Tochter Praktiker nun doch nicht verkaufen. Statt dessen sind bereits die Vorbereitungen für einen Börsengang weit fortgeschritten.

Der Metro-Konzern hat die Weichen für einen Börsengang seiner Baumarkttochter Praktiker gestellt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag beschlossen, statt eines Verkaufs einen Börsengang zu forcieren und will deshalb die Mehrheit seiner Anteile an Praktiker abzugeben. "Die Pläne für einen Verkauf von Praktiker werden zunächst nicht weiter verfolgt", ergänzte ein Konzernsprecher.

Aktienpaket im Wert von 700 Millionen Euro

Die Vorbereitungen für einen Börsengang seien bereits weit vorangeschritten, hieß es in einer Konzernmitteilung nach einer Aufsichtsratssitzung. In Finanzkreisen hieß es zuletzt, Metro wolle Praktiker bereits am 18. November an die Börse bringen und werde sich dazu von eigenen Aktien im Volumen von 700 Millionen Euro trennen. Zusätzlich sei eine Kapitalerhöhung um 150 Millionen Euro geplant.

Deutschlands größter Handelskonzern hatte in den vergangenen Wochen auch über einen Verkauf von Praktiker mit dem Finanzinvestor Permira verhandelt. Als dritte Option hatte sich die Metro bisher noch den Verbleib von Praktiker in der Konzernfamilie offen gehalten. Branchenkenner sehen nur vergleichsweise geringe Einkaufsvorteile durch einen Verbund von Praktiker mit den anderen Metro-Töchtern.

Praktiker mit 1,2 Milliarden Euro bewertet

Die mehrheitliche Trennung von Praktiker ist der erste Einschnitt in die Metro -Vertriebslinien seit 1998, als der Konzern zahlreiche Beteiligungen und Ketten abgab. Zugpferde der Metro AG sind die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende sowie die Elektronikketten Media Markt und Saturn. Außerdem gehören die Kaufhof-Warenhäuser sowie die Lebensmittelhändler Real und Extra zur Metro. Praktiker ist zweitgrößte deutsche Baumarktkette nach Obi. Nach der Vermeldung der Börsenpläne sank der Kurs der Metro-Aktien um 0,65 Prozent auf 38,19 Euro, erholte sich aber vom Tagestief bei 37,66 Euro. Analysten bewerten Praktiker einem Händler zufolge mit 1,12 bis 1,27 Milliarden Euro.

DPA, Reuters / DPA / Reuters