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Vor Weltwirtschaftsforum: Erzbischof Marx übt Kritik an Managern

Vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos hat der Münchner Erzbischof Reinhard Marx die Manager heftig kritisiert.

Vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos hat der Münchner Erzbischof Reinhard Marx die Manager heftig kritisiert. "Die Manager haben aus der Finanz- und Wirtschaftskrise nichts gelernt", sagte Marx der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. "Es ist doch spürbar, dass kein Lerneffekt eingetreten ist. Es ist noch nicht viel Zählbares passiert." Er hätte sich gewünscht, dass die Vertreter der Wirtschaft bescheidener werden und einräumen, Fehler gemacht zu haben, sagte Marx dem Blatt. Die Krise als reinen Betriebsunfall abzutun, sei "viel zu schwach".

Der Erzbischof nimmt an dem Treffen in Davos teil und will die dort versammelten Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu längerfristigem Denken aufrufen. Das Hauptproblem der Wirtschaft sei die Kurzfristigkeit des Denkens, sagte Marx dem Blatt. Das zeige sich in der jetzigen Krise. "Es geht um den schnellen Gewinn. Damit kann man keine Wirtschaft aufbauen." Der Markt sei kein moralfreier Raum. Es reiche nicht, nur den Gesetzen zu entsprechen. Nur moralisches Handeln bringe langfristig ökonomischen Erfolg.

In Davos beginnt am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum (WEF), das rund 2500 ranghohe Manager, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft versammelt. Eröffnet wird das Treffen am Abend (17.45 Uhr) mit einer Rede von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Deutschland wird von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, Außenminister Guido Westerwelle (beide FDP) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vertreten. Diskutiert werden soll bei dem bis Sonntag dauernden Treffen in dem schweizerischen Skiort dieses Jahr über Wege, den Aufschwung nach der Krise zu verstetigen. Auch der Wiederaufbau von Haiti nach dem schweren Erdbeben der Klimawandel ist Thema.

AFP / AFP
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