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Wirtschaftsprüfer beschuldigen EADS: Managementfehler verursachen Mehrkosten

Die kräftig gestiegenen Kosten beim Airbus-Militärtransporter A400M sind einem Bericht zufolge zum großen Teil auf Managementfehler zurückzuführen.

Die kräftig gestiegenen Kosten beim Airbus-Militärtransporter A400M sind einem Bericht zufolge zum großen Teil auf Managementfehler zurückzuführen. Seit Jahren habe EADS bei Entwicklung und Produktion keine effektive Kontrolle über die Kostenentwicklung des Projekts, zitierte das "Handelsblatt" am Mittwoch aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Darin heißt es demnach: "Wir sind der Überzeugung, dass das Unternehmen keine normale Finanzkontrolle für die Begleitung ihrer Programme besitzt."

Den Prüfbericht gaben dem Bericht zufolge die sieben Abnehmerländer, unter ihnen Deutschland, in Auftrag. Vertreter dieser sieben Staaten verhandeln demnach am Donnerstag mit EADS über die Kosten. Der Militär-Airbus hätte ursprünglich schon Ende vergangenen Jahres ausgeliefert werden sollen, hat bislang aber gerade einmal den Erstflug hinter sich. Die Auslieferung verzögert sich um mindestens drei Jahre, während die Kosten explodieren: Die Maschine könnte Fachleuten zufolge um bis zu elf Milliarden Euro teurer werden als geplant.

Nach Ansicht der Wirtschaftsprüfer muss EADS die eingegangenen Verträge erfüllen, wie das "Handelsblatt" berichtete. Sie sehen die Lieferung von insgesamt 180 Flugzeugen zum Fixpreis von 20 Milliarden Euro vor. Das Unternehmen könne Mehrkosten bis zur Höhe von 7,6 Milliarden Euro "problemlos schultern", zitierte die Zeitung weiter aus dem PwC-Prüfbericht. Ein EADS-Sprecher sagte dem "Handelsblatt" hingegen, der Prüfbericht sei dahingehend irreführend, dass EADS die Zusatzkosten allein schultern könnte.

AFP / AFP