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ZEW-Konjunkturbarometer: Konjunkturaufhellung in Sicht

Die dunklen Wolken am Konjunkturhimmel dürften sich ab September 2008 wieder verziehen. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung stiegen im März überraschend um 7,5 Punkte. Mit ein Grund: Der Dollar sollte sich erholen.

Die deutsche Wirtschaft wird wieder zuversichtlicher. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim legte im März um 7,5 Punkte auf minus 32 Punkte zu. Bereits im Februar hatte sich die Stimmung unerwartet aufgehellt.

Hoffen auf einen erstarkenden Dollar

Ausgehend von dem derzeit schwachen Wirtschaftswachstum in Deutschland rechneten die befragten Experten damit, dass sich die Konjunktur ab September 2008 wieder belebe, erklärte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag. Der Optimismus der Finanzanalysten gründe sich vermutlich auf die Hoffnung, dass bei der Finanzmarktkrise das Schlimmste in einem halben Jahr überwunden sein werde und die Konjunkturdynamik sich nicht stärker abschwäche als bisher erkennbar, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Die Experten erwarteten, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro wieder an Wert gewinnen werde. Dies dürfte den exportorientierten Branchen in Deutschland zugute kommen. Außerdem habe sich die Stimmung der Finanzmarktexperten hinsichtlich der Entwicklung des privaten Konsums etwas aufgehellt. Allerdings liegt der Index immer noch deutlich unter seinem Mittelwert von 30,3 Punkten. Dies signalisiere auch weiterhin eine pessimistische Grundhaltung der Finanzmarktakteure, erklärten die Nord LB. "Allerdings zeigt die inzwischen eingetretene Stabilisierung, dass der Trend zu einer anhaltenden Stimmungsverschlechterung nun offenbar gebrochen ist." Dies könne ein Hinweis darauf sein, dass die von der Krise in den USA ausgehenden Belastungen für die deutsche Volkswirtschaft nicht sehr einschneidend sein und insbesondere zeitlich begrenzt bleiben dürften.

Nicht alle sehen Trendwende nach oben

Volkswirte der Commerzbank erklärten hingegen, angesichts der jüngsten Verschärfung vor allem an den Kreditmärkten dürften die Ergebnisse der Umfrage inzwischen bereits überholt sein. Die Entwicklung des Indikators in den letzten Monaten stelle wahrscheinlich eine Bodenbildung dar, eine Trendwende nach oben sei dies aber noch nicht. An der Umfrage des ZEW beteiligten sich 285 Analysten und institutionelle Anleger. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder.

Lio/DPA / DPA
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