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Zigaretten: Jede fünfte Kippe ist ein Import

Seit der Fiskus auch bei selbst zusammengebauten Zigaretten zuschlägt, suchen findige Raucher nach Alternativen - und billigeren "Lungenbrötchen". Häufigster Ausweg: No-Name-Ware - oder nicht ganz legale "Importe".

Zahllose Tabaksteuererhöhungen forden ihren Tribut: Immer mehr der in Deutschland gerauchten Zigaretten kommen aus dem Ausland. Nach Angaben des Rauchwaren-Herstellers Reemtsma stieg der Anteil der Import-Zigaretten im letzten halben Jahr von 17 Prozent auf 22 Prozent. "Wir sehen eine deutliche Erhöhung des Zigaretten-Zuflusses über die Grenzen, sowohl legal als auch illegal", so Gareth Davis, Chef des Remmtsma-Mutterkonzerns Imperial Tobacco.

Zigarettenmarkt schrumpft, aber Potential für Billigmarken

Davis führte die Entwicklung auf die vielen Tabak-Steuererhöhungen der Bundesregierung zurück - aber auch auf die vielen Außengrenzen Deutschlands. Dabei geht Davis davon aus, dass der deutsche Zigarettenmarkt im laufenden Jahr um sechs Prozent auf 135 Milliarden Stück schrumpft. Mehr Wachstum gibt es dabei im Segment der preisgünstigen Marken: Der Anteil stieg auf 11,4 Prozent nach 5,6 Prozent im Jahr 2005. Reemtsma profitiert von diesem Trend durch ein Wachstum der als Billigzigarette positionierten Marke John Player, die zulegen konnte.

Die Marktbewegungen habe mit dem Ende der beliebten, weil preisgünstigen Steckzigaretten zu tun: Seit dem 1. April werden diese vom Verbraucher selbst zusammengesteckten Glimmstängel voll besteuert, was ihren Absatz völlig einbrechen ließ. Nach Angaben des Zigaretten-Verbandes wurden 2005 noch rund 29 Milliarden Sticks verkauft. Laut Reemtsma wechseln die früheren Raucher von Sticks zu den Billigzigaretten, aber auch zu so genanntem Single Tobacco. Das ist eine Dose besonders lockerer Stopf-Tabak, aus dem sich verhältnismäßig günstige Zigaretten stopfen lassen.

AP/DPA / AP / DPA