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"Die Stunde Null" Digitaler Unterricht: Wie wir nach dem Corona-Crashkurs weitermachen müssen


Millionen Kinder haben zu Hause gelernt, Millionen Eltern ihre Kinder unterrichtet – Hunderte Universitäten ein Semester aus der Ferne hinter sich. Was soll bleiben, was muss sich ändern? Ada Pellert, Rektorin der Fernuniversität Hagen und Mitglied im Digitalrat der Regierung, sagt: Es gibt keinen Weg zurück.

Mathestunden per Zoom, Schulaufgaben aus der Cloud und Vokabeltraining über Audiodateien – es gab im Lockdown zahlreiche kreative Ansätze für den Unterricht an Schulen und Universitäten. Aber es gab auch viel Frust: über abgetauchte Lehrer, die nur Aufgaben verschicken, Frontalunterricht mit Ruckelvideo und verlorene Eltern und Kinder. Am Ende des Schuljahres und Semesters sind viele erschöpft.

"Wir haben alle einen Crashkurs in digitaler Bildung absolviert, mit Höhen und Tiefen – wir müssen jetzt die Höhen bewahren", sagt Ada Pellert, seit 2016 Rektorin der Fernuniversität Hagen, im Podcast "Die Stunde Null". Sie spricht von einer "Revolution des Lernens" und sagt: "Zum Status Quo zurückzukehren wäre kein zeitgemäßes Bildungsverständnis."

Die richtige Mischung

"Der Bildungsbereich hat viel experimentieren müssen", sagt Pellert, die auch im Digitalrat der Bundesregierung sitzt und lobt, was viele Schulen und Universitäten auf die Beine gestellt hätten. "Das, worüber wir jahrelang theoretisch diskutiert haben, mitunter mit einer Abwehrhaltung, musste jetzt einfach getan werden." Es sei zudem klar geworden, dass zuvor viele Lehrkräfte mit ihren Erfahrungen allein gelassen wurden. "Wir brauchen in allen Bildungsbereichen eine viel entschlossenere Kompetenzentwicklung."

Wichtig sei es, dass die bisherigen Formate nicht einfach in digitale Kanäle umgegossen würden. "Wenn eine Frontalvorlesung nicht interessant ist, wird sie nicht interessanter, wenn man sie in einem semiprofessionellen Video sieht." In Zukunft brauche man eine Mischung von beiden Formen, von digitalen Tools und Präsenzunterricht. "Die deutsche Durchschnittsuni wird weiterhin eine Präsenzuni sein", sagt Pellert, die seit den 1990er Jahren als Professorin für Bildungsmanagement in der international vergleichenden Bildungs- und Hochschulforschung ist, mit Stationen in Peking, Berlin, Graz und Klagenfurt.

Warum am besten die Schulen vor Ort entscheiden sollen und Universitäten auch für den Heiratsmarkt wichtig sind, hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null" direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

Capital

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