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Verkehr: Einbruch im Bahn-Fernverkehr

Die Bahn hat einen massiven Einbruch im Fernverkehr erlitten. In den ersten drei Quartalen 2003 fuhren nur noch 86 Millionen Reisende mit Fernzügen, das sind 10,6 Prozent weniger Passgiere als im Vorjahr.

Die Bahn hat einen massiven Einbruch im Fernverkehr erlitten. In den ersten drei Quartalen 2003 fuhren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Donnerstag nur noch 86 Millionen Reisende mit Fernzügen. Das waren 10,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nahverkehrszüge benutzten 1,4 Milliarden Menschen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Ansicht von Beobachtern erhielt die Bahn im Fernverkehr die Quittung für ihr kompliziertes Preissystem.

370 Millionen Euro Verlust - nur im Fernverkehr

Das neue Preissystem war nach massiver Kritik im August 2003 wieder geändert und die alte Bahncard 50 wieder eingeführt worden. Bahnsprecher Achim Stauß wies mit Blick auf die Entwicklung im Fernverkehr zudem auf das schlechte konjunkturelle Umfeld hin. Anfang des Jahres habe es auch Qualitätsprobleme bei der Bahn gegeben. In den ersten neun Monaten machte die Bahn im Fernverkehr nach eigenen Angaben knapp 370 Millionen Euro Verlust. Auch die Umwidmung von Fernverkehrs- in Nahverkehrsverbindungen hätten die Fahrgastzahlen verschoben, erklärten die Statistiker.

Zahlen im Nahverkehr steigen

Von Januar bis September nutzten rund 7,5 Milliarden Menschen in Deutschland den öffentlichen Verkehr auf Straßen und Schienen, 1,9 Prozent mehr als in den drei Quartalen des Vorjahres. Busse und Straßenbahnen beförderten in den ersten neun Monaten 2003 rund 5,9 Milliarden Fahrgäste, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Fahrkartenverkauf brachte den Verkehrsunternehmen Einnahmen von 3,8 Milliarden Euro, 2,1 Prozent mehr als in den drei Vorjahresquartalen. Bei den Bahnen sanken die Einnahmen im Personenverkehr um 3,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.

Den Reiseverkehr mit Omnibussen nutzten rund 59 Millionen Passagiere, 0,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Die Einnahmen erhöhten sich um ein Prozent auf 953 Millionen Euro. Die Angaben des Statistischen Bundesamtes stammen von 70 im Eisenbahnpersonenverkehr tätigen Unternehmen und den 2.430 größeren inländischen Unternehmen des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs.

DPA
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