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Zusatzgarantien für Elektrogeräte: AppleCare & Co: Diese 5 Fallen stecken im teuren Zusatzschutz

Beim Kauf von Smartphones, Notebooks oder Fernsehern wird Kunden häufig eine teure Garantieverlängerung ans Herz gelegt. Die zahlt aber längst nicht alles. "Finanztest" nennt die Lücken im Kleingedruckten.

Handy zerstört, und nun? Erstattet mir das jemand?

Handy zerstört, und nun? Erstattet mir das jemand?

Wer sich ein neues Smartphone kauft, steht vor einem Problem. Das Ding ist teuer, kann aber leicht kaputtgehen oder geklaut werden. Soll man daher eine Zusatzversicherung für das Gerät abschließen? Elektromärkte und Online-Shops drängen Kunden dazu, denn an der Versicherung verdienen sie zusätzlich Geld.

Die meisten Hersteller bieten zwei Jahre Garantie. Bei Apple ist es nur ein Jahr, für alles weitere muss man die Zusatzversicherung AppleCare kaufen. Auch bei Notebooks, Fernsehern und anderen Elektronikartikeln können Käufer ihre Angst versichern. Aber was taugen die zusätzlichen Garantien wirklich und wo sind die Lücken?

"Finanztest" hat in seiner aktuellen Ausgabe Garantieverlängerungen von Apple, Amazon, Media Markt/Saturn und anderen Elektronikhändlern unter die Lupe genommen. Fazit: "Viele Garantien sind nicht nur teuer. Sie halten im Kleingedruckten auch so manch üble Überraschung parat." Die fünf häufigsten Haken:

1. Kein Neugerät als Ersatz

Wenn in den Garantiebedingungen von einem "gleichwertigen" Gerät als Ersatz gesprochen wird, müssen Kunden damit rechnen, dass sie lediglich ein gebrauchtes Gerät bekommen. Schließlich war das eigene Gerät ja auch schon gebraucht. Nur einige wenige Anbieter von Garantieverlängerungen bieten Neugeräte als Ersatz.

2. Teurer Selbstbehalt

Die Freude an der Zusatzgarantie verdirbt oft auch der Selbstbehalt. Zehn Prozent Eigenanteil  bei einer Reparatur hört sich erstmal wenig an, bei einem 800-Euro-Handy sind das aber immerhin 80 Euro - zusätzlich zu dem, was man für die Garantie ohnehin schon bezahlt hat. Bei AppleCare+ muss der Kunde bei Schäden durch Stürze oder Flüssigkeit je nach Gerät 29 bis 75 Euro selbst zahlen.

3. Verschleiß nicht versichert

Einfache Garantieverlängerungen übernehmen in der Regel keine Schäden, die durch Verschleiß entstehen. Bei teureren, erweiterten Garantieverlängerungen ist Verschleiß meist mit drin, aber auch nicht immer. Apple nahm den Akkuverschleiß erst nach dem Test in seinen Protection Plan für Macbooks auf.

4. Eingeschränkter Diebstahlschutz

Viele Garantien versichern zwar Diebstahl, knüpfen das aber an so harte Bedingungen, dass der Diebstahlschutz so gut wie nie greift. So zahlen viele Versicherer beispielsweise nur, wenn das Gerät direkt am Mann/an der Frau geklaut wird. Wird das Handy während des Sports aus dem Rucksack in der Umkleidekabine entwendet, übernehmen die Versicherer keine Verantwortung.

5. Zeitliche Lücke

Viele Zusatzgarantien greifen erst nach Ablauf der Herstellergarantie und der Gewährleistung vom Händler. Die Garantie des Herstellers ist aber eine freiwillige Leistung und kommt oft nicht für selbstverschuldete Schäden auf. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt zwar zwei Jahre, bezieht sich aber nur auf Mängel, die schon beim Kauf im Gerät steckten. Ab dem siebten Monat muss der Kunde das auch noch selbst beweisen. Wer eine zusätzliche Garantie abschließt, die nicht sofort greift, kann also leicht im Regen stehen.

Diese Zusatzgarantien sind günstig

Günstige einfache Garantieverlängerungen (Schutz gegen Produktmängel) sind laut Finanztest die "48 Monate Langzeit-Garantie" von Conrad Electronic und die "PlusGarantie" von Media Markt und Saturn. Eine günstige erweiterte Garantieverlängerung (zusätzlich Schutz gegen Stürze, Flüssigkeit und optional Diebstahl) bietet Amazon mit seinem "Geräteschutz".

Was die Garantieverlängerungen im Detail taugen, kann man auf test.de gegen Gebühr nachlesen.


Update: In einer früheren Version des Textes hieß es, die "MaxiGarantie" von Medimax biete keinen Schutz gegen Akkuverschleiß von Notebooks. "Finanztest" hat das nachträglich korrigiert.

bak
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.