Haushaltsunfälle Putzfrauen müssen unfallversichert sein


Putzfrauen und andere Haushaltshilfen müssen auch von privaten Arbeitgebern unfallversichert werden. Dies ist bereits mit einem Beitrag von 30 Euro/Jahr möglich.
Martenstein

Putzfrauen und andere Haushaltshilfen müssen auch von privaten Arbeitgebern unfallversichert werden. Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, ist dazu verpflichtet, seine "Perle" bei der gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden - darauf macht die Unfallkasse München aufmerksam. Die Versicherung kostet den Arbeitgeber 43 oder 86 Euro im Jahr, jeweils abhängig von der Dauer der Beschäftigung der Hilfskraft. Bei der Anmeldung muss ihr Name nicht angegeben werden, die Person selbst bleibt anonym. Die Unfallkasse interessiert nur die Anzahl der Beschäftigten, nicht deren persönliche Daten. Mit dem Beitrag sind sowohl Arbeits- als auch Wegunfälle abgedeckt.

Unfallversicherung des Arbeitgebers greift nicht

Ist die "Perle" ordnungsgemäß versichert, springt die Unfallkasse ein, wenn sie beim Putzen auf nassen Badezimmerfliesen ausrutscht oder beim Aufhängen feuchter Gardinen von der Leiter fällt. Sonst müsste der Arbeitgeber die Kosten für Arzt- oder Krankenhausbehandlung aus der eigenen Tasche zahlen. Eine private Unfallversicherung oder die Haftpflicht des Haushaltsvorstands greift bei Unfällen von Putzfrauen und anderen Haushaltshilfen nicht. Wer seine Hausangestellten nicht anmeldet, selbst bei Beschäftigungsverhältnissen von wenigen Stunden pro Woche, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro, wie die Unfallkasse erklärte.

Kein Nachteil für die Aushilfe

Die Aushilfe selbst hat jedoch keinen Nachteil, wenn ihr Arbeitgeber die Anmeldung vergisst: Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall hat sie Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, so die Unfallkasse Hessen, denn: "Der Arbeitsunfall soll für sie nicht zum Existenzrisiko werden." Die Dunkelziffer derer, die Hilfen im Garten und Haushalt "schwarz" beschäftigen und eine offizielle Meldung unterlassen, ist nach Angaben der Münchner Unfallkasse sehr hoch.

Jedes Bundesland hat eine

Jedes Bundesland hat seine eigene Unfallkasse, oder verfügt über einen regionalen Gemeindeunfallversicherungsverband. Dies sind die jeweils zuständigen Versicherungträger für Beschäftigte in Privathaushalten wie Putzfrauen, Au-air-Mädchen, Babysitter, Haushalts- oder Gartenhilfen. Die Unfallkasse zahlt im Falle eines Falles alle entstehenden Kosten: Arzt und Krankenhaus ebenso, wie die oft sehr weit reichenden Rehabilitationsmaßnahmen, bis hin zu Verletzungsgeld und Rente. Der Arbeitgeber ist mit der Anmeldung von seiner Unternehmerhaftpflicht befreit.

Informationen

Informationen über die für sie zuständige Unfallkasse erhalten Sie beim
Bundesverband der Unfallkassen e.V.,
Fockensteinstraße 1,
D- 81539 München
Internet: www.unfallkassen.de


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