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Besseres Recycling: Warum Sie Ihren Plastikabfall wahrscheinlich falsch trennen

In den gelben Sack wandert alles, was Plastikverpackung war. Aus dem Müll soll neues Plastik werden, doch das könnte viel besser klappen, wenn wir genauer trennen würden. Oft reicht dafür schon ein Handgriff. 

Ein Joghurtbecher, vier Abfallprodukte: weißes Plastik. klares Plastik, Aluminium und Pappe. Sauber voneinander getrennt, ließen sich alle Komponenten sehr gut wiederverwerten. Die Papphülle lässt sich an der perforierten Leiste leicht abreißen. Das Papier verleiht dem Becher übrigens zusätzliche Stabilität. So gestützt kann die Plastikwand viel dünner sein,  das spart Material und damit Rohöl. 

Ein Joghurtbecher, vier Abfallprodukte: weißes Plastik. klares Plastik, Aluminium und Pappe. Sauber voneinander getrennt, ließen sich alle Komponenten sehr gut wiederverwerten. Die Papphülle lässt sich an der perforierten Leiste leicht abreißen. Das Papier verleiht dem Becher übrigens zusätzliche Stabilität. So gestützt kann die Plastikwand viel dünner sein,  das spart Material und damit Rohöl. 

Wer sich mit dem Thema Plastikabfall beschäftigt, lernt schnell: Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Und das Recycling ist aufgrund der Vielfalt der Stoffe besonders aufwendig. Wenn es gelingt, lassen sich heute allerdings Ausgangsstoffe aus Recyclingmaterial herstellen, die in der Qualität neuen Kunststoffen entsprechen, dabei aber rund 50 Prozent CO2 einsparen.

"Wenn man es richtig macht, dann kann man sich kein besseres Recyclingmaterial vorstellen als Kunststoff“, sagt Manica Ulcnik-Krump. Es sei nahezu unendlich wiederverwendbar und ließe sich zu allen möglichen neuen Produkten formen. "Man kann mit der molekularen Struktur spielen und der Energieaufwand ist gering". Ulcnik-Krump leitet das Plastik-Forschungszentrum des Recyclingkonzerns Alba. Die Fakten, sagt sie, seien da eindeutig: "Zwischen 200 und 250 Grad Celsius braucht man für die Plastikverarbeitung, für Glas sind es über 800 Grad, für Metall gut 1000 Grad", sagt sie. Und selbst Papier sei angesichts des hohen Wasserbedarfs problematischer.

 

Nur, man macht es derzeit eben nicht richtig. Die Recyclingquote von Verpackungsplastik lag 2018 bei rund 40 Prozent, gerade einmal die Hälfte der Quote von Glas und Papier. Die Gründe sind vielschichtig. Sie liegen bei den Herstellern und ihren Anforderungen an die Verpackung, den technischen Möglichkeiten der Wiederaufbereitung aber auch an jedem Einzelnen. Denn trotz der gelben Tonne und den anderen Recyclingbehältern, unseren Verpackungsmüll trennen wir eher nachlässig.

Was der Endverbraucher tun kann, damit mehr Plastik wieder zu neuen Produkten wird? Trennen und vor allem besser trennen. Dabei muss es nicht gleich wie in Schweden sein, wo der Privathaushalt drei unterschiedliche Sorten Plastik separieren soll. "Wir als Initiative wären schon froh, wenn viel mehr Verpackungen in der gelben Tonne und nicht im Hausmüll landen würden.", sagt Axel Subklew. Recycling geht immer mit Verlust einher. Etwa ein Viertel des angelieferten Materials geht aus unterschiedlichen Gründen bei der Sortierung und der anschließenden Aufarbeitung zum Rezyklat verloren. Das können starke Verschmutzungen sein oder komplexe Verpackungen, deren Bestandteile sich schlecht trennen lassen.

Wer also die bessere Wiederverwertung von Verpackungen unterstützen möchte, braucht einfach nur die Folie von der Hartplastikschale abzuziehen oder den Plastikdeckel vom Getränkekarton abzuschrauben, bevor sie in die gelbe Tonne wandern. Das erleichtert die maschinelle Sortierarbeit und führt zu reineren Recyclingstoffen. Gleichwohl die Sortieranlagen immer ausgefeilter werden, sobald zwei unterschiedliche Wertstoffe zusammenstecken, entscheidet die Maschine über die Zuordnung. Sortenrein ist das dann nicht mehr.

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  • Henry Lübberstedt