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Ratgeber Ernährung

11. Februar 2009, 10:13 Uhr

"Leichter, ausgeglichener, glücklicher"

Der sechste Teil der stern-Diät-Serie beschäftigt sich mit dem Fasten. Auf stern.de berichten drei Menschen, mit welcher Methode sie den Verzicht üben: Einer kombiniert das Fasten mit Yoga, ein anderer fastet alleine zu Hause nach Buchinger und eine Person ging zum Heilfasten in die Klinik.

Fasten, Ernährung, gesund abnehmen, Fallgeschichte

Georg Krieger aus Castrop-Rauxel hat das Fastenyoga für sich entdeckt© Regina Recht

Georg Krieger, 46, Bauingenieur aus Castrop-Rauxel
• Methode: Fastenyoga
• fastet seit neun Jahren regelmäßig, alle neun Monate für zehn Tage

"Wenn ich mich beim Yoga auf meinen Atem und die langsamen Bewegungen konzentriere, ist völlige Stille in mir. Ich höre auf zu denken. Ich löse keine Probleme und diskutiere nicht mit mir selbst. Diese Stille erreiche ich am besten, wenn ich beim Yoga faste. Alle neun Monate für zehn Tage. Zweimal am Tag sanftes Yoga, morgens und nachmittags jeweils zwei Stunden lang.

Ich trinke nichts außer Wasser, Tee und Brühe. Das Fastenyoga mache ich seit neun Jahren, und ich nehme mich und meine Bedürfnisse dabei intensiver wahr. Yoga sagt viel aus über meinen inneren Zustand. Ich habe gelernt, nicht alles zu ernst zu nehmen, auch beruflich nicht. Mir fallen immer wieder Menschen auf, die mit dem Kiefer mahlen, wenn ihnen etwas nicht passt. Ich selber stand auch jahrelang unter Stress. Bei mir zeigte sich das in Rücken, Nacken- und Halsverspannungen.

Es passiert mir auch heute noch, dass ich Druck nicht loswerde. Dann falle ich aus manchen Yoga-Gleichgewichtsübungen, kämpfe gegen mich selbst an und bringe mich gelegentlich in Konkurrenz zu den Männern in der Yoga-Gruppe. Das Fasten hilft mir, zu mir selbst zu finden. Mein Körper erfährt wieder, was gute Nahrung bedeutet. Nach dem Fasten schmeckt eine Kartoffel wie ein Festmahl, besser als eine Tüte Chips. Zusammen mit dem Yoga fühle ich mich, wenn es gut läuft, verbundener mit mir selbst und meinen Mitmenschen. Ich werde weniger egoistisch und kann mehr geben. Seit einem Jahr bin ich auch ausgebildeter Yoga-Lehrer."

Fasten, Ernährung, gesund abnehmen, Fallgeschichte

Petra Kieseler fastet unter ärztlicher Aufsicht in den Kliniken Essen-Mitte© Regina Recht

Eine Alternative zu Medikamenten

• Petra Kieseler, 53, Verwaltungsangestellte aus Essen
• Methode: Heilfasten in der Klinik
• fastet zum ersten Mal und hofft, dadurch ihre Rheuma-Beschwerden zu lindern

"Bei mir wurde im Jahr 2007 Rheuma festgestellt, und leider habe ich die verschriebenen Medikamente nicht vertragen. Mal wurde mein Mund schrecklich trocken, mal fielen mir die Haare aus. Darum habe ich jetzt alle Tabletten abgesetzt und hoffe stattdessen auf eine Besserung der Symptome durch das Fasten.

Heute ist mein vierter Fastentag in den Kliniken Essen-Mitte. Hunger habe ich nicht, obwohl ich sonst sehr gern esse. Ich war sogar bei einem Kochkurs, das hat mir gar nichts ausgemacht! Wir haben gesunde, sehr leckere Brotaufstriche hergestellt, zum Beispiel aus Aprikosen und Datteln, geriebenen Haselnüssen, Zimt und Vanille.

Kopfschmerzen hatte ich an den ersten beiden Tagen, doch mithilfe von Pfefferminzöl an den Schläfen habe ich das zum Glück gut überstanden. Meine Gedanken kreisen manchmal um bestimmte Probleme, aber ich sehe sie gelassener als sonst. Mit dem Fasten habe ich einen neuen Weg eingeschlagen, um gegen meine Erkrankung anzugehen. Anschließend möchte ich dann zu Hause meine Ernährung umstellen, weniger Fleisch essen und dafür mehr Obst und Gemüse."

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