HOME

381 Berliner haben sich nackt in ihrer Wohnung fotografieren lassen

Hinter dem Projekt "Daily Portrait Berlin" steckt eine ehrgeizige Idee: Die Teilnehmer sollten fremde Menschen um ein Aktfoto bitten. Mit Menschen ins Gespräch kommen und sich zeigen, wie man ist - das waren die Ziele. Jetzt erscheint ein Bildband mit den Aufnahmen.

Von Jonathan Sendker

Ganz weit raus aus der Komfortzone - es braucht Mut, um sich vor einem fremden Menschen auszuziehen und fotografieren zu lassen. 

"Daily Portrait " funktioniert so: eine Kamera wird in Berlin von Mensch zu Mensch weitergegeben. Die Aufgabe der Teilnehmer ist, eine fremde Person zu finden, die sich bereitwillig nackt oder in Unterwäsche in der eigenen Wohnung fotografieren lässt. Diese bekommt anschließend die Kamera und macht das nächste Bild – wieder von einem wildfremden Menschen.

Es ist ein intensives Projekt, das sich Gründer Martin Gabriel Pavel vorgenommen hat: "Man selbst sein, ins Gespräch kommen, etwas von sich und seinem Leben preisgeben", das seien die Gedanken hinter alldem, schreibt Martin Gabriel Pavel, Gründer von "Daily Portrait".

Nun erscheint ein Bildband mit 381 dieser Bilder. Sie sind alle nach demselben Muster entstanden, denn für das Projekt gibt es ein paar Regeln. Zum Beispiel: Das Shooting findet immer in den privaten Räumlichkeiten der Teilnehmer statt. Der ganze Körper muss abgebildet sein. Die Person muss sich in der Mitte des Bildes befinden und in die schauen.

Die Begründer des Projekts haben einen hohen Anspruch

Pavel bekam für das Buch Unterstützung von Marek Kučera, einem Fotografen und Designer. "Wir möchten Menschen ganz authentisch und ungefiltert zeigen und gleichzeitig Raum für reale Begegnungen schaffen", schreiben sie – gerade auch im Kontrast zu den sozialen Netzwerken. Das Projekt ist laut ihnen auch ein "Hilfsmittel, um neuen Leuten zu begegnen" und "um eine neue Lebenserfahrung zu machen." Viele der Teilnehmenden hätten sich untereinander angefreundet.

Die Modelle wählen die Umgebung, in der sie abgebildet werden wollen, selbst: vor dem Bücherregal, neben dem Klavier, am Fenster – oder stehend auf dem Sofa. Gerade die Umgebung sagt viel über die Menschen aus, die zu sehen sind.

Die Bilder zeigen "wie Berliner wirklich sind, nackt, in ihren eigenen vier Wänden - glücklich, schüchtern, besorgt, unsicher und manchmal auch ein wenig verrückt", schreiben Pavel und Kučera. Das Buch kann noch bis zum 24. April 2017 auf der Crowdfunding-Seite Indiegogo bestellt werden.

Andy Warhol: Superstars wie du und ich
Ultra Violet

Die Künsterlin und Autorin Isabelle Collin Dufresne gehörte zum Kreis der Persönlichkeiten, die Andy Warhol zum "Superstar"machte. Die gebürtige Französin war zunächst die Muse von Salvador Dalí, der sie 1963 mit Warhol bekannt machte. Schon bald schloss sie sich seinem Kreis an und verkehrte in der "Factory". 1964 gab Warhol ihr den Künstlernamen Ultra Violet - der auf die von ihr in jener Zeit bevorzugte Haarfarbe anspielt. Dieses Foto entstand 1971. 

Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools