Angestrengt im Hier und Jetzt

Muskelverspannungen im Rücken sind sehr schmerzhaft. Die Beschwerden klingen zwar meist bald wieder ab. Trotzdem sollten Sie sich ein bisschen Ruhe gönnen - ohne dabei auf Bewegung zu verzichten.

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Lange vorm Computer gesessen? Dabei kann die Nackenmuskulatur verkrampfen©

Was genau die Schmerzen im Rücken verursacht, lässt sich oft gar nicht herausfinden: Vielleicht haben Sie Zugluft bekommen. Oder Sie haben eine ungewohnte Bewegung gemacht. Oder Sie sind zu lange Auto gefahren. Womöglich sind auch eine verschlissene Wirbelsäule oder Zerrungen und Überdehnungen, die Ihre Rückenmuskulatur schmerzhaft beanspruchen, schuld an Ihren Beschwerden.

Vielleicht fühlen Sie sich aber seit geraumer Zeit bei Ihrer Arbeit überfordert. Oder Sie sind bedrückt, weil Sie sich Sorgen um Ihre Familie, ums Geld machen. Dieser Stress belastet auf Dauer nicht nur Ihre Seele, sondern auch Ihren Rücken. Die Sorgen führen nämlich dazu, dass Sie eine verspannte Körperhaltung einnehmen und sich verkrampfen– und das tut Ihnen nicht gut.

Verspannungsbedingte Schmerzen im Rücken können innerhalb weniger Tage immer stärker werden. Manchmal schießen sie auch in wenigen Minuten ein: Das ist dann der berühmte Hexenschuss; er setzt Sie von einer Sekunde auf die andere außer Gefecht. Sie spüren den Schmerz dann als dumpfes Ziehen. Die betroffenen Muskelpartien reagieren sehr empfindlich auf Druck. Die Schmerzintensität verändert sich - je nach dem, wie Sie stehen, sitzen oder liegen,.

Ihre Grundspannung ist erhöht

Die Körpergrundspannung, der Muskeltonus, sorgt dafür, dass Sie tagsüber nicht einfach in sich zusammensacken, sondern aufrecht gehen, stehen und sitzen – ohne dass Sie darüber nachdenken. Legen Sie sich schlafen, fällt der Muskeltonus ab. Der Körper erholt sich, die Muskeln relaxen. Eine schmerzhafte Verspannung im Rücken aber erhöht die Grundspannung. Sie haben dann das Gefühl, bestimmte Bereiche Ihres Rückens sind extrem verhärtet und tun weh.

Die Grundspannung des Körpers wird aufgebaut von den motorischen Nerven. Senden diese zu viele Reize aus, erhöht sich der Muskeltonus. Das belastet das Muskelgewebe. Es wird nicht mehr so gut durchblutet, dadurch mangelt es an Sauerstoff. Die Muskeln verhärten sich, das spüren sie als Qual im Rücken.

Die inzwischen verhärtete und wenig dehnbare Muskulatur zerrt zudem noch an den Sehnen. So haben Sie nicht nur das Gefühl, dass die Muskeln verspannt sind, auch die Ansatzpunkte der Sehnen an den Knochen tun weh. Das Zusammenspiel der Rumpfmuskulatur gerät aus dem Gleichgewicht, automatisch versuchen Sie, eine Schonhaltung einzunehmen. Doch genau diese unnatürliche Körperhaltung verursacht Ihnen zusätzliche Beschwerden. Es entsteht ein Teufelskreislauf aus Muskelverspannung - Schmerz - Fehlhaltung - Schmerz.

Finden Sie wieder Ihre Balance

Das Wichtigste ist, dass Sie die akuten Schmerzen behandeln und Ihre Balance wiederfinden. Spannen Sie bewusst ein paar Tage aus. Bewegen Sie sich aber trotzdem. Auch Stufenlagerung auf einem Stuhl oder Schaumstoffkissen, Wärme oder Kälte können helfen. Unterstützend können Sie kurzfristig ein Schmerzmittel nehmen, das Sie rezeptfrei in der Apotheke bekommen.

Bewegung hilft, Stress abzubauen und einem verspannten Rücken vorzubeugen. Laufen Sie oder fahren Sie Rad. Relaxen Sie mit Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson, mit Yoga oder Tai Chi. So halten Sie Ihren Körper fit - und träufeln gleichzeitig Balsam in Ihre Seele.

Katja Lüers
 
 
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